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Pablo Osvaldo erzielte 2007 fünf Tore in 17 Spielen für Florenz © getty

Florenz unterliegt im Lokalderby gegen Siena, nimmt es aber gelassen. Milan ist nach zweieinhalb Jahren wieder Ligaspitze.

Von Mathias Frohnapfel

München/Florenz - Der AC Florenz hat nur noch den FC Bayern im Kopf.

Selbst das Toskana-Derby gegen Siena, sonst Gesprächsstoff für Tage, ist gegenüber dem Champions-League-Duell am Mittwoch in den Hintergrund getreten.

Die Fiorentina verlor am Sonntag 0:1. Doch Cesare Prandelli stimmte das nur bedingt traurig.

Der Trainer hatte sein Team im Vergleich zum Liga-Spiel gegen Inter Mailand (0:0) auf fünf Positionen verändert.

So blieb Riccardo Montolivo, sonst wichtiger Bauteil im Mittelfeld der Viola, draußen.

"Er spielt viel, und Mittwoch haben wir die nächste Aufgabe. Das ist ein normales Vorgehen", kommentierte Prandelli.

Mit dem Kopf in der Champions League

Insgesamt hatte sich der Coach allerdings auch mehr von den Spielern der zweiten Garde erhofft. "Wir haben einige Positionen umbesetzt und ich habe mir von den frischen Kräften mehr erwartet."

Womöglich hatten jedoch auch die Aushilfskräfte schon ihre Gedanken auf das Match gegen die Münchner gerichtet.

Torwart Sebastian Frey merkte nachher selbstkritisch an: "Uns hat in einer entscheidenden Partie etwas Wichtiges gefehlt. Wir müssen erkennen, warum wir in manche Spiele ohne die richtige Einstellung gehen."

Florenz mit Sturmsorgen

Außerdem erkennt der Franzose auch die Abschluss-Schwäche seiner Vorderleute, die in der ersten Halbzeit gegen den Rivalen einige Möglichkeiten vergaben: "Wir machen in der letzten Zeit wenig Tore, jetzt muss jeder in sich gehen und sich fragen, woran das liegt."

Immerhin sieht Prandelli seinen Angreifer Adrian Mutu deutlich verbessert. Nach der Verletzung, die ihn noch vor zwei Wochen gegen Bayern eingeschränkt hatte, sei der Rumäne körperlich wieder fit. Und "von der Persönlichkeit hilft er uns immer".

Zudem kann Prandelli gegen den Deutschen Meister wieder Alberto Gilardino ins Feld schicken.

Gilardino in Topform

Der Torjäger war zuletzt in der Serie A gesperrt und brennt darauf, in Europas Luxusliga zu glänzen. Zumal der Nationalspieler vor seiner Zwangspause eine starke Quote hatte: In acht Spielen traf er siebenmal.

Diese Bilanz dürften sie auch beim AC Mailand wahrgenommen haben, wo Gilardino vor seinem Wechsel stürmte.

Die Mailänder genießen derweil nach dem 1:0-Sieg über Neapel ihren Platz an der Spitze der Serie A.

Zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren liegt Milan wieder auf Platz eins, alleiniger Tabellenführer war das Team von Carlo Ancelotti gar letztmals im Mai 2004. Der Trainer registriert das mit unverkennbarem Stolz.

"Das ist ein schöner Moment. Wir haben bis zum Schluss gekämpft und wurden belohnt."

Ronaldinho doch ein guter Transfer

Besonders entzückt hatte Ancelotti das Tänzchen von Ronaldinho nach dem Siegtreffer.

Der Brasilianer, dessen Wechsel vom FC Barcelona nach Norditalien im Sommer kritisch beäugt wurde, hat bereits dreimal in dieser Saison für Milan getroffen und wird immer stärker.

Schon im Derby gegen Inter schoss er das entscheidende Tor, am Sonntagabend gegen Napoli fälschte Denis seinen Schuss zum Eigentor ab.

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