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Zlatan Ibrahimovic (l.) und Robinho sind seit dieser Saison neu beim AC Mailand © imago

Auf dem Papier Weltklasse, hat sich Milans Traumsturm noch nicht komplett gefunden. Ein Routinier meldet sich dagegen zurück.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Ankündigung vor dem Saisonstart war spektakulär.

"Milan hat den besten Sturm der Welt", hatte Vereinsmäzen Silvio Berlusconi getönt.

Und Zlatan Ibrahimovic, vom FC Barcelona geholter Starstürmer, verkündete: "Wir werden die Fans sehr glücklich machen."

Gemeinsam mit Pato und Ronaldinho sowie den von ManCity verpflichteten Robinho sollte das Offensivquartett für ein Angriffsfeuerwerk vom Feinsten stehen.

Und auch der Spitzname der Combo, die "fantastischen Vier", war rasch bei der Hand.

Zusammenspiel hapert noch

Aktuell mischt Milan vorm Match des 11. Spieltags gegen Palermo (ab 20.45 Uhr LIVESCORES) als Tabellenzweiter in der Serie A mit, hat auch in der Champions League berechtigte Aussichten aufs Weiterkommen. (DATENCENTER: Serie A)

Doch zusammengespielt haben die vier Ausnahmespieler nur selten.

Beim 3:2-Erfolg gegen Bari am Sonntag saßen beispielsweise die Brasilianer Ronaldinho und Pato anfangs auf der Bank.

Ibrahimovic und Robinho spielten, dazu im Mittelfeld als Absicherung der Abräumer Rino Gattuso sowie Clarence Seedorf und Massimo Ambrosini.

"Vom Milan der Brasilianer zum Milan der Wasserträger"

"Dal Milan dei brasiliani al Milan dei mediani" ("Vom Milan der Brasilianer zum Milan der Wasserträger") konstatierte die "Gazzetta dello Sport" folgerichtig.

Die Spieler wollten derweil kein Konfliktfeld zwischen Attacke und nötiger Verteidigung erkennen.

"Es ist nicht nötig, dass ihr die Gruppen einander gegenüber stellt. So etwas gibt es bei Milan nicht", erklärte Routinier Ambrosini den Reportern.

Kevin-Prince Boateng war gegen Bari nicht dabei, könnte aber gegen Palermo wieder eine Chance bekommen.

Indes bescheinigen die Zahlen den Offensivspielern des "magischen Vierecks" bisher einen ordentlichen Job: Ibrahimovic traf bisher in der Serie A viermal, Pato sogar fünfmal.

LA Galaxy an Ronaldinho interessiert

Lediglich Robinho mit zwei Treffern und der bisher torlose Ronaldinho hinken hinterher.

Der einstige Weltfußballer, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, steht laut "Gazzetta Dello Sport" nun vor dem Absprung zu Los Angeles Galaxy.

Grund für sein Reservistendasein ist die Taktik:

Trainer Massimiliano Allegri setzt bislang seine Offensivtrümpfe dosiert ein, sein Team soll auf keinen Fall ins offene Messer laufen.

Inzaghi ruft sich in Erinnerung - Lob vom Ibrahimovic

Und in der Champions League beim 2:2 gegen Real Madrid stellte bekanntlich der 37-jährige Filippo Inzaghi alle Sturmkollegen in den Schatten.

Als Joker war er zweimal erfolgreich, das Torphänomen schloss damit auch mit 70 Toren zu Raul als besten Torjäger auf internationalem Parkett auf.

Ibrahimovic war darüber so begeistert, dass er forderte: "Inzaghi muss öfter spielen, er ist unglaublich."

Kritik an "den Brasilianern"

Und dann schickte der Schwede noch einen Nachsatz hinterher:

"Mit Pippo fühle ich mich wohler. Ich kann mich besser bewegen. Wenn ich dagegen mit den Brasilianern spielen, fühle mich mehr verpflichtet im Strafraum zu spielen."

Seinen Trainer beeindruckte das nicht. Gegen Bari spielte Robinho an Ibrahimovics Seite, Inzaghi blieb auf der Ersatzbank.

Und nach dem erfolgreichen, aber nicht glänzenden Saisonstart darf sowieso über Berlusconis These vom "besten Sturm der Welt" weiter diskutiert werden.

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