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Cordoba (l., gegen Veronas Moscardello) kassierte mit Inter die dritte Ligapleite © getty

Bei einer weiteren Niederlage muss der Inter-Coach um seinen Job bangen. Dem Stürmerstar droht zudem eine Sperre.

Von Jakob Gajdzik

München/Mailand ? Die sportliche Krise beim italienischen Meister Inter Mailand hat sich weiter verschärft.

Das Team des stark in der Kritik stehenden Trainers Rafael Benitez verlor am 13. Spieltag der Serie A 1:2 (0:1) bei Chievo Verona und ist seit vier Spielen sieglos, unterlag zudem die letzten beiden Male. (DATENCENTER: Serie A)

Pellisier (29.) und Mosacrdelli (82.) brachten Verona in Front, Stümer Eto'o konnte in der Nachspielzeit nur noch verkürzen.

Zwar machten die "Nerazzurri" in der zweiten Hälfte mächtig Druck, doch Chievo wehrte sich tapfer und setze durch Moscardelli zudem den entscheidenden Konter.

Twente als Schicksalsspiel für Benitez

"Benitez wurde wegen seiner Erfahrung verpflichtet, nun ist er gefordert, wachzurütteln", sagte vor der Partie Inter-Präsident Massimo Moratti.

Die Wirkung seiner Worte ist verpufft. Nach der erneuten Niederlage muss der Ex-Liverpool-Coach nun in der Champions League gegen Twente Enschede gewinnen, sonst droht ihm bereits der Rauswurf.

"Bis Mittwoch machen wir so weiter", sagte der Präsident dann nach der Niederlage in Verona. Im Klartext: Sollte Inter nicht gewinnt, ist Benitez wohl weg.

Der 50-jährige Coach versucht jedoch weiter Zuversicht zu verbreiten und sich seine Lage nicht anmerken zu lassen: "Ich spüre, dass man mir hundertprozentig vertraut. Wir schlagen jetzt Twente und dann ändert sich alles. Ich glaube noch an den Meistertitel."

Eto'o droht Sperre

Zudem droht Stürmerstar Samuel Eto'o nach einer nicht geahndeten Tätlichkeit ein Nachspiel. Der Kameruner soll Chievos Cesar einen Kopfstoß verpasst haben. Der Videobeweis muss über eine Sperre von Eto'o entscheiden.

Der Kameruner ist bislang mit neun Treffern in 13 Ligaspiele Inters erfolgreicher Schütze, ein mehrwöchiger Ausfall würde die Blau-Schwarzen hart treffen.

AC Mailand zieht davon

Nutznießer der Inter-Krise ist der AC Mailand.

Mit mittlerweile neun Punkten Vorsprung auf den Erzrivalen thronen die Rot-Schwarzen an der Spitze der Serie A. Bereits am Samstag gewannen die Rossoneri gegen den AC Florenz 1:0 (1:0). Den entscheidenden Treffer erzielte Zlatan Ibrahimovic (45.).

Der AC darf sich berechtigte Hoffnungen machen, die Titelregentschaft von Inter zu beenden. Berücksichtigt man die wegen dem Manipulationsskandal 2006 aberkannte Meisterschaft von Juventus Turin, gewann Inter die vergangenen fünf Titel.

Verfolger Lazio lässt Federn

Auch Verfolger Lazio Rom ließ Federn. Beim FC Parma kamen die Hauptstädter nicht über ein 1:1 hinaus.

Altstar Hernan Crespo schoss Parma zunächst in Front (23), Lazios Floccari konnte noch vor der Halbzeit ausgleichen (45./+3). Zu mehr reichte es nicht.

Bayern-Gegner weiter im Aufwind

Dagegen setzt Bayern Champions-League-Gegner und Stadtrivale AS Rom seine Aufholjagd in der Serie A fort.

Die Römer besiegten zuhause Udinese Calcio mit 2:0 und verbesserten sich auf den vierten Platz. Die Treffer für die Roma erzielten Jeremy Menez (24.) und Marco Borriello (56.). Die Hauptstädter sind nun in der Liga seit sieben Spielen ungeschlagen.

Krasic überzeugt erneut

Einen Platz und einen Punkt darüber steht Rekordmeister Juventus Turin.

Die "alte Dame" gewann beim Luca-Toni-Klub CFC Genua mit 2:0. Die Entscheidung fiel bereits in der ersten Hälfte nach einem Eigentor von Genuas Eduardo (18.) und dem Treffer von Neuzugang Milos Krasic (23.)

Der 13. Spieltag im Überblick:

AS Rom - Udinese Calcio 2:0 (1:0)

AC Mailand - AC Florenz 1:0 (1:0)

FC Genua 1893 - Juventus Turin 0:2 (0:2)

Brescia Calcio - Cagliari Calcio 1:2 (1:0)

Calcio Catania - AS Bari 1:0 (0:0)

AC Cesena - US Palermo 1:2 (1:1)

Chievo Verona - Inter Mailand 2:1 (1:0)

US Lecce - Sampdoria Genua 2:3 (0:2)

FC Parma - Lazio Rom 1:1 (1:1)

SSC Neapel - FC Bologna 4:1 (2:0)

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