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Rafael Benitez (l.) trainierte bis zum Sommer den FC Liverpool © getty

Einer der begehrtesten Trainer-Posten in Italien könnte bald frei werden. Doch Inter-Coach Rafael Benitez verspricht zu kämpfen.

Mailand - Die Fußstapfen von Jose Mourinho sind offenbar zu groß.

Sechs Monate nach dem Champions-League-Triumph über Bayern München ist Inter Mailand auf den sechsten Platz der Serie A abgestürzt.

Der neue Coach Rafael Benitez steht nach einer neuerlichen Liga-Pleite bereits gehörig unter Druck.

In den italienischen Zeitungen wird über eine Galgenfrist für den Spanier spekuliert. Klubboss Massimo Moratti soll bereits Ausschau nach einem geeigneten Nachfolger halten.

"Er irrt im Sumpf umher"

"Benitez irrt im Sumpf umher. Er ist noch nicht gefeuert worden, weil Inter noch keinen Ersatz gefunden hat. Er steht aber vor dem Abgrund", ätzte die römische Tageszeitung "La Repubblica" einen Tag nach dem 1:2 (0:1) bei Chievo Verona. (DATENCENTER: Serie A)

In der Tabelle liegt der Triple-Gewinner des Vorjahres nun schon neun Punkte hinter dem Stadrivalen AC, gegen den es eine Woche zuvor eine 0:1-Niederlage gegeben hatte.

Schlüsselspiel gegen Enschede

Die Champions-League-Begegnung gegen Twente Enschede am Mittwoch (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) könnte insbesondere für Benitez ein Schlüsselspiel werden.

Zwar dementierte Moratti Berichte über ein Ultimatum für den Coach, trotzdem forderte er Zählbares: "Dem Trainer und der Mannschaft muss klar sein, dass das Spiel sehr wichtig ist. Müdigkeit oder sonstige Gründe zählen nicht. Das Spiel muss mit Wut im Bauch angegangen werden."

Sogar Mourinho wundert sich

Dies war in den letzten Partien nicht zu sehen.

"Das Team, das bis vor Kurzem seinen Gegnern Angst einflößte, macht jetzt den eigenen Tifosi Angst", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Wohl wahr, nur sieben von 17 Pflichtspielen vermochte der 18-malige Meister zu gewinnen.

Sogar Jose Mourinho wunderte sich über die tiefe Krise seines ehemaligen Vereins. "Benitez hat wieder verloren, das ist unglaublich", kommentierte der Coach.

Leonardo und Spalletti als Kandidaten

Moratti soll bereits Nachfolger im Auge haben. Ex-Milan-Coach Leonardo und Luciano Spalletti, Meistertrainer von Zenit St. Petersburg, werden als Kandidaten auf den Trainerposten gehandelt.

Auch über Englands Nationaltrainer Fabio Capello wird spekuliert genauso wie über Inters ehemaligen Spieler Diego Simeone

Benitez verkündet indes weiter Durchhalteparolen.

"Wir müssen geschlossen bleiben und weiter kämpfen. Wenn wir Twente besiegen, wird sich alles ändern. Ich glaube noch, dass wir den Meistertitel holen können", sagte der Spanier, der angesichts der vielen Verletzten neue Spieler forderte, damit aber auf taube Ohren beim Präsidenten stieß.

Ans Aufgeben denkt Benitez keineswegs: "Ich bin Fußballtrainer von Beruf. Ich habe schon ähnliche Situationen erlebt. Das einzige Gegenmittel ist es jetzt zu arbeiten, sich zu verbessern."

Eto'o droht lange Sperre

In dieser schwierigen Lage droht Benitez nun auch noch der Verlust eines Eckpfeilers.

Stürmerstar Samuel Eto'o verpasste ähnlich wie Frankreichs Star Zinedine Zidane im WM-Finale 2006 dem Italiener Marco Materazzi seinem Gegenspieler Cesar einen Kopfstoß.

Dem Kameruner droht eine lange Sperre.

Inter Legende Sandro Mazzola interpretierte Eto'os Kopfstoß als ein Symptom für die Krise des ganzen Teams: "In bestimmten Situationen schaffen es die Spieler nicht, sich unter Kontrolle zu halten. Es ist komisch, dass so etwas solch einem korrekten Spieler wie Eto'o passiert."

Und er fügte an: "Das bedeutet, dass es Unordnung in der Mannschaft gibt. Inter ist nach der WM und angesichts von drei Wettbewerben eine ausgepumpte Mannschaft."

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