vergrößernverkleinern
Ibrahimovic (r.) traf in der Schlussminute zum Ausgleich für den AC Mailand © getty

Der Tabellenführer patzt gegen Udinese Calcio, profitiert aber von den Pleiten der Verfolger. Juventus will die Chance nutzen.

Von Martin Volkmar und Mathias Frohnapfel

München - Mit viel Mühe und etwas Glück hat Tabellenführer AC Mailand die dritte Saisonniederlage verhindert.

Dank eines Treffers von Zlatan Ibrahimovic in der Schlussminute kam Milan noch zum 4:4-Ausgleich in einer turbulenten Heimpartie gegen Udinese Calcio.

Die Lombarden bleiben aber mit 40 Punkten klarer Spitzenreiter, da die Verfolger am 19. Spieltag patzten:

Der bisherige Tabellenzweite Lazio Rom, dessen 111-Jahr-Feier von Fan-Randalen überschattet wurde, verlor zu Hause 1:2 gegen den Tabellen-18. US Lecce und hat weiter 34 Zähler auf dem Konto.(DATENCENTER: Serie A)

Einen Punkt dahinter folgt Lokalrivale AS Rom, der bei Sampdoria Genua 2:3 unterlag.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Udine gibt Sieg noch aus der Hand

Auch der AC Mailand sah schon wie der Verlierer aus. Inler, Sanchez und Di Natale hatten die auswärtsstarken Gäste aus Udine bei einem Gegentreffer von Pato 3:1 in Führung geschossen.

Erst ein Eigentor von Benatia (78.) brachte Milan wieder ins Spiel, Pato traf in der 82. Minute zum Ausgleich.

Denis schoss Udine in der 89. Minute erneut in Front, doch Ibrahimovic rettete nach Vorlage von Neuzugang Antonio Cassano den Punkt für die Hausherren.

Der deutsche Junioren-Nationalspieler Alexander Merkel saß 90 Minuten auf der Bank.

Zweiter Inter-Sieg unter Leonardo

Bei Lokalrivale Inter geht es unter dem neuen Coach Leonardo weiter aufwärts. Der Titelverteidiger gewann in Catania auch das zweite Spiel seit dem Antritt des Benitez-Nachfolgers.

Matchwinner beim 2:1 in Catania war Routinier Esteban Cambiasso, der die Partie mit einem Doppelpack binnen vier Minuten (75., 79.) drehte.

Inters Rückstand auf Milan beträgt zwer noch immer elf Punkte, Rang zwei ist aber nur noch fünf Zähler entfernt.

Juves große Chance

Am Abend hat Juventus Turin die große Chance, nach oben zu klettern.

Denn mit einem "Dreier" gegen den aktuellen Vierten SSC Neapel (ab 20.45 Uhr LIVESCORES) können die Bianconeri von Platz fünf auf zwei springen.

Für die nötigen Tore soll ein prominenter Neuzugang sorgen: Luca Toni. Für den Ex-Stürmer des FC Bayern erfüllt sich nach eigenem Bekunden jedenfalls "ein Traum".

"Ich bin überglücklich. Ich stelle mich dem Trainer zur Verfügung und versuche zu helfen. Ich wollte unbedingt zu diesem Team, habe auch auf Geld verzichtet", verkündete der vom FC Genua verpflichtete Weltmeister von 2006 bei seiner Vorstellung.

Toni träumt vom Titel

Mit der "Alten Dame" möchte Toni nochmal ganz vorne angreifen - denn der Titel in Italien fehlt in seiner Sammlung nach wie vor.

"Im Vorjahr waren wir mit Rom nur ein Stückchen vom großen Traum entfernt. Jetzt hoffe ich Juve Glück zu bringen und es wäre schön, bis zum Ende um die Meisterschaft mitzuspielen", sagte der 33-Jährige.

"Ich bin fit, um gegen Napoli zu spielen, aber das entscheidet der Trainer. Es wäre toll an der Seite von Alessandro del Piero zu spielen."

Toni weiß genau, was seine Aufgabe innerhalb des Teams sein soll:

"Ich bin hierhergekommen, um meinen Wert unter Beweis zu stellen und Tore zu erzielen, wie ich es immer getan habe."

"Oldie" in "super Verfassung"

Sein neuer Arbeitgeber sieht das natürlich nicht anders: "Toni kommt nicht, um den verletzten Quagliarella zu ersetzen, sondern um unseren Angriff zu verstärken", gab Sportdirektor Giuseppe Marotta vollmundig zu Protokoll.

Das erscheint umso bemerkenswerter, wenn man berücksichtigt, dass die einstigen Defensivkünstler aus Turin mit 33 Treffern sowieso schon die Torfabrik der Serie A stellen.

Trainer Luigi Del Neri ist von seinem in die Jahre gekommenen Wintereinkauf jedenfalls überzeugt und attestierte dem Routinier "eine super Verfassung".

Routine ist Trumpf

"Wir haben jemand mit seinen Fähigkeiten, seiner Erfahrung und Torriecher gesucht", erklärte der 60-Jährige, der in der Routine seines Kaders einen klaren Vorteil sieht.

So habe die jüngste Pleite gegen Parma "wehgetan", sei in den Köpfen jedoch längst abgehakt. "Wir haben eine Mannschaft, die sich wieder aufrichten wird", ist sich der Chefcoach sicher.

Und so geht Juventus mit neuem Mut und dem alten Toni ins große Spitzenspiel.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel