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Luca Toni (r.) erzielte für den FC Bayern von 2007 bis 2010 in 60 BL-Spielen 38 Tore © getty

Juventus kann nach der Pleite gegen Neapel den Titel wohl abhaken. Toni überzeugt beim Debüt. Die Presse geht auf den Trainer los.

München/Neapel - Seinen Einstand bei Juventus Turin hatte sich Luca Toni sicherlich anders vorgestellt.

Zwei Tage nach dessen Wechsel vom FC Genua nach Turin, setzte es für den Rekordmeister am 19. Spieltag der Serie A beim SSC Neapel eine empfindliche 0:3-Niederlage, welche die "Alte Dame" bis auf den sechsten Tabellenplatz zurückwarf.

Mit nur einem Pünktchen aus den letzten drei Partien beträgt der Abstand auf Tabellenführer AC Mailand bereits neun Punkte. (DATENCENTER: Serie A)

Defensiv desolat

Vor allem in der Defensive offenbarten die Turiner, die zuletzt zuhause gegen den FC Parma 1:4 unterlagen, über weite Stecken der Partie erhebliche Schwächen.

Besonders die Außenverteidiger Zdenek Grygera und Armand Traore bekamen ihre Gegenspieler Christian Maggio und Andrea Dossena zu keiner Zeit in den Griff.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Toni: "Mein Tor war gültig"

Trotz der deutlichen Pleite zeigte Ex-Bayer Toni, der von Beginn an auflaufen durfte, eine ansprechende Leistung, erarbeitete sich einige Chancen und erzielte in der 23. Minute gar ein Kopfballtor.

Dieses wurde ihm wegen eines angeblichen Foulspiels aber aberkannt.

"Mein Tor war gültig und es hätte den Verlauf des Spiels ändern können. Wir sind bestraft worden, doch jetzt müssen wir vorwärts blicken und uns bei der nächsten Gelegenheit revanchieren", so der 33-Jährige.

Lob vom Trainer

Von seinem neuen Trainer Luigi Del Neri wurde Toni indes ausdrücklich gelobt.

"Toni hat sehr gut gespielt, vor allem wenn man bedenkt, dass er erst am Freitag zu uns gewechselt ist. Er ist der Spieler, den wir brauchen", sagte Del Neri.

"Wir haben in dem ersten Teil der Saison hart gearbeitet, Rückschläge kann es geben, doch es ist wichtig, dass wir uns sofort erholen", meinte der Coach, der zu Saisonbeginn von Sampdoria Genua zu Juventus kam.

Del Neri als Sündenbock für die Medien

Eben jenen del Neri haben die italienischen Medien als Hauptverantwortlichen für die jüngsten Pleiten auserkoren.

So bezeichnete die "Gazetta dello Sport" dessen offensive Ausrichtung mit Toni als zweiter Sturmspitze neben Amauri als "taktisch absurd".

Offensiv ideenlos

Zudem wurde die späte Einwechslung von Altstar Alessandro del Piero moniert, der erst in der 52. Minute für Amauri ins Spiel kam, und beim Stand von 0:2 keine wesentlichen Akzente mehr setzen konnte.

"Juve agierte lediglich mit langen Pässen auf die großen Stürmer und hielten den Ball nie am Boden, so dass Neapel einzig die Verletzungsunterbrechung des gut behüteten (Milos, Anm. d. R.) Krasic vor Probleme stellte", sparte die Zeitung auch zur spielerischen Leistung nicht mit Kritik.

Del Piero kommt zu spät

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte brachte del Neri mit Fabio Grosso und del Piero neue Kräfte, was die Gäste zunächst beflügelte.

Mit den sich bietenden Chancen ging das Team allerdings zu fahrlässig um, und scheiterte mehrfach an Neapel-Keeper Massimo de Sanctis.

Weiteres Pannenjahr droht

Juventus droht - wie bereits im Vorjahr, als die Turiner am Saisonende nur einen enttäuschenden siebten Platz belegten ? eine weitere enttäuschende Saison.

Ob Luca Toni den Ausfall des neunfachen Saisontorschützen Fabio Quagliarella, für den die Saison nach einem Kreuzbandriss bereits beendet ist, kompensieren kann, bleibt also abzuwarten.

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