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Lucio spielte fünf Jahre für den FC Bayern und wechselte 2009 zu Inter Mailand © getty

Inter Mailand träumt nach dem vierten Sieg in Folge wieder von der Meisterschaft. Lucio tritt gegen Bayern-Boss Hoeneß nach.

Von Isabel Meixner

München/Mailand - Inter Mailand setzt in der Serie A seine Aufholjagd fort und spuckt wieder große Töne.

Der amtierende Meister gewann zum Auftakt des 20. Spieltages der Serie A gegen den FC Bologna mit 4:1 und fuhr damit den vierten Sieg im vierten Spiel unter dem neuen Trainer Leonardo ein.

"Das war wieder ein Grande Inter", schwärmte der Brasilianer, der die Mannschaft Ende Dezember von Rafael Benitez übernahm.

Die Tore für die Mailänder schossen Dejan Stankovic (20.), Diego Milito (30.) und Samuel Eto'o (63./72.).

Zudem holte das Team zwei Punkte auf den Tabellenzweiten SSC Neapel (37 Zähler) auf, der ebenfalls am Samstag nur 0:0 gegen den AC Florenz gespielt hatte.

Auch Konkurrenten siegreich

In der Tabelle überholte Inter zwar mit 32 Punkten Palermo (1:3 in Cagliari), bleibt aber Tabellensechster.

Denn die anderen Konkurrenten waren am Sonntag siegreich: Lazio Rom (37 Punkte) schlug Sampdoria Genua 1:0, der AS Rom (35) gewann mit dem gleichen Ergebnis in Cesena.

Und Rekordmeister Juventus Turin (34) siegte auch ohne den verletzten Luca Toni 2:1 gegen Schlusslicht Bari.

Spitzenreiter AC Mailand kam am Sonntagabend beim Abstiegskandidaten Lecce nicht über ein 1:1 hinaus und ließ Punkte liegen. (DATENCENTER: Serie A)

Ruben Olivera (82.) glich die Führung des AC durch Zlatan Ibrahimovic (49.) aus.

"Spielen um den Titel mit"

Die Zuversicht bei Inter ist wieder groß, den Lokalrivalen abfangen zu können. Zumal die Nerrazuri noch zwei Nachholspiele haben.

"Wir versuchen, wieder um den Titel mitzuspielen", kündigte Kapitän Javier Zanetti an, der gegen Bologna sein 519. Spiel für Inter bestitt und nun mit Giuseppe Bergomi den Vereinsrekord innehält.

Ex-Trainer Jose Mourinho prognostizierte gar den erneuten Titelgewinn: "Es wird so enden wie in der vergangenen Saison." (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Lucio: Harte Kritik an Hoeneß

Auch sonst ist das Selbstbewusstsein beim Champions-League-Sieger offenkundig wieder zurück.

So sorgte Ex-Bayer Lucio vor der Neuauflage des Endspiels mit seinem Ex-Klub im Achtelfinale für zusätzliche Brisanz.

Der Brasilianer trat in der "Bild am Sonntag" gegen Uli Hoeneß nach und warf ihm mangelnden Respekt und dessen aufbrausende Art vor.

"Er verletzt, blamiert und beschämt Spieler"

"Manchmal spricht er drauflos und verletzt dabei Menschen. Er blamiert und beschämt teilweise Spieler und Mitmenschen in der Öffentlichkeit oder der Kabine", klagt der Verteidiger, der 2009 aussortiert und zu Inter gewechselt war.

Er selbst sei vom damaligen Manager vor der gesamten Mannschaft kritisiert worden. "Hoeneß verliert manchmal die Nerven. Er lässt Respekt vermissen, wenn er es vor allen tat."

Bei Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sei das anders gewesen, so Lucio: "Wenn er mir etwas zu sagen hatte, rief er mich zu sich. Das ist die beste Art, jemanden zu kritisieren."

Rückkehr zu Bayern trotzdem möglich

Dennoch könne er sich eine Rückkehr nach München vorstellen.

"Ich habe nur gute Erinnerungen an Bayern. Wenn Bayern mich bräuchte und Inter mich nicht mehr haben will, würde ich zurückkommen."

Dem Achtelfinale gegen seinen Ex-Klub sieht Lucio mit Spannung entgegen.

"Bayern hat das Zeug, die Champions League zu gewinnen", zollte er den Münchnern Respekt. "Sie sind stark, kämpfen bis zum Schluss. Das wird schwer."

Doch auch die Mailänder scheinen rechzeitig in Form zu kommen - und mit dem neuen Trainer wieder nach Großem zu streben.

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