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Alexander Merkel wechselte 2008 von der Jugend des VfB Stuttgart zum AC Mailand © getty

Alexander Merkel erzielt beim Sieg gegen Bari seinen ersten Treffer für Milan. Presse und Funktionäre sind voll des Lobes.

Mailand - Ibrahimovic, Merkel, Robinho - beim Studium der Torschützen des AC Mailand kam mancher Fan ins Stocken.

Denn in die Weltstars fügte sich ein deutsches Talent ein, von dem bis vor wenigen Tagen selbst eingefleischte Fans noch nichts gehört hatten.

Doch nun verzaubert das "Baby-Genie" ("Corriere dello Sport") Alexander Merkel ganz Mailand.

Die Karriereleiter erklimmt der 18-Jährige im Eiltempo. Kurzeinsatz in der Champions League, Debüt in der Serie A, nun beim 3:0 (2:0) im Pokal-Achtelfinale gegen AS Bari das erste Pflichtspiel-Tor, dazu eine sehenswerte Vorlage. Alles innerhalb von sechs Wochen (DATENCENTER: Coppa Italia).

Presse voll des Lobes

Merkel selbst spielte seine Leistung herunter. Er sei "überglücklich", erklärte er nach seinem großen Tag, müsse natürlich den Kollegen danken und habe bei dem Assist "Robinho einfach nur den Ball geben müssen".

Die Funktionäre und meisten Medien waren dagegen voll des Lobes.

"Merkel bringt Schwung. Er ist ein Trumpf in der Hand von Trainer Allegri", konstatierte "Tuttosport", der "Corriere dello Sport" schrieb unter einem großen Foto mit Merkels Torjubel:

"Er hat viel Potenzial, und wir werden noch viel von ihm hören."

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Wichtig für die Mannschaft"

Derweil gab Milans Vize-Präsident Adriano Galliani zu Protokoll, er sei "glücklich, denn es ist schon eine Weile her, dass Spieler aus einem Jugendteam in einem Pflichtspiel getroffen haben".

Gleichzeitig stellte er klar, dass der deutsche Spielmacher auf keinen Fall abgegeben werde, "denn er ist wichtig für die Mannschaft".

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Coach Massimiliano Allegri lobte: "Merkel ist ein talentierter Spieler, und er verbessert sich ständig."

Keine Gedanken über Zukunft

Mit seinem dritten Pflichtspiel-Einsatz hat sich der deutsche U19-Nationalspieler also wieder ein Stück näher an die Stammelf des italienischen Tabellenführers gespielt.

Dabei ist er auf der Homepage nicht einmal im Kader aufgeführt. 27 Spieler des Profikaders werden dort auf Fotos vorgestellt, der "blondeste Milan-Spieler seit Karl-Heinz Schnelliger" ("FAZ") fehlt.

Über die Zukunft will sich Merkel, der in Kasachstan geboren wurde und im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern in den Westerwald übersiedelte, keine großen Gedanken machen.

"Mal schauen, was noch alles so kommt", sagte er nach seinem Premieren-Treffer zum 2:0 kurz vor der Pause.

Kritische Beobachter

Schließlich gibt es auch Beobachter, die ihn noch kritisch sehen. Die "Gazzetta dello Sport" urteilte am Freitag, der junge Deutsche müsse noch "ein kleines bisschen aggressiver" werden, Allegri werde "noch viel Arbeit" mit ihm haben.

Schon nach den ersten Auftritten hatten manche Medien Merkel für "irgendwie zu leicht" (Tuttosport) oder "noch zu zart" (Corriere della Sera) befunden.

All das scheint den Mittelfeldspieler, der 2008 vom VfB Stuttgart den großen Sprung ins Ausland wagte, weil er die Chance seines Lebens sah, nicht aufhalten zu können.

Sein Vertrag läuft noch bis 2013, Gallianis Worten zufolge ist der Aufstieg zum Profi Formsache.

Deutschland hat Priorität

Offen ist nur, für welches Nationalteam er in absehbarer Zukunft auflaufen wird, für Deutschland oder für Kasachstan.

"An erster Stelle steht Deutschland. Aber was in der Zukunft liegt, wird man dann sehen", erklärt er stets.

Doch wer sich im Star-Ensemble um Ibrahimovic und Robinho durchsetzt, den hat Bundestrainer Joachim Löw längst auf dem Zettel.

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