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Mark van Bommel (l.) spielte von 2006 bis 2011 für den FC Bayern München © imago

Van Bommel bedauert seinen Abgang vom Rekordmeister. An van Gaal lässt er kein gutes Haar, freut sich aber auf die neue Aufgabe.

Von Christian Paschwitz

München - Sein fluchtartiger Abschied vom FC Bayern nach Italien wirkt noch immer nach - und wirft kein gutes Bild auf das Verhältnis des Ex-Kapitäns zu Louis van Gaal.

In seinem ersten deutschen Interview nach seinem Blitz-Transfer zum AC Mailand hat Mark van Bommel wenig versteckte Kritik an seinem früheren Trainer geübt:

"Es ist natürlich komisch, dass der Kapitän im Winter von Bord geht. Das ist nicht normal", so der Mittelfeld-Abräumer im Bayerischen Rundfunk in der Sendung "Blickpunkt Sport".

Van Bommel ließ tief blicken, dass die Art seines Wechsels vor allem mit schweren atmosphärischen Störungen durch van Gaal zusammenhing (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Es ist nicht einfach diesen Schritt zu gehen. Ich habe nur für fünf, sechs Monate (bei Milan, Anm. d. Red.) unterschrieben", so der Niederländer.

Wenn man so einen Schritt mache, "dann muss schon was los sein. Andersrum geht man ja auch nicht einfach so weg von Bayern München."

Für van Gaals Umgang mit seinen Spielern hat van Bommel, einst Liebling des Fußball-Lehrers, inzwischen nur noch wenig übrig: "Er ist Trainer und muss offen sein für die Leute. Ich sage nicht, dass er es ist, ich sage nur, wie ich es machen würde."

Kein Bündnis zwischen Landsmännern

Und auch ein "Oranje"-Bündnis habe es am Ende nicht mehr gegeben: "Bloß weil wir Landsmänner sind, heißt es nicht, dass man zusammenhält. Ich war Kapitän bei Bayern München, und wenn mir etwas nicht gefallen hat, dann habe ich das dem Trainer gesagt. Und ob es ihm gefällt oder nicht; ich muss es sagen."

An seiner Leistungsstärke lässt der 33-Jährige keine Zweifel aufkommen. Er sei von sich überzeugt, "und ich habe auch immer gespielt."

Dank an Kahn, Scholl und Co.

Da gehen vor allem die Äußerungen der Ex-Profis Mehmet Scholl und Oliver Kahn runter wie Öl:

"Das macht mich auch stolz, denn ich habe mit beiden gespielt. Die wissen wie ich bin - egal ob auf dem Platz, in der Kabine oder privat. Die können das also schon gut ein- und wertschätzen." Und das Duo stehe stellvertretend für die Meinung vieler.

"Ich kriege viele SMS und höre auch viel in den Medien. Ich denke, dass es alle sehr schade finden, dass ich weg bin - sowohl fußballerisch, als auch menschlich. Und das tut wirklich gut, dass ich in so einem Verein so geschätzt werde", bedankt sich van Bommel artig.

Froh, in Mailand zu sein

Er betonte allerdings zugleich, dass es Zeit für den nächsten Schritt sei, wenn man nicht mehr zufrieden sei: "Das gilt aber nicht für Bayern München, denn da habe ich mich immer wohlgefühlt."

Sei es drum - der Wechsel zum Spitzenreiter der Serie A sei die richtige Entscheidung gewesen: "Ich bin jetzt froh, dass ich hier bin."

Denn das Ziel, den nationalen Titel - wie zuvor in den Niederlanden, Deutschland und Spanien - nun auch in Italien zu gewinnen, ist zweifelsfrei lohnenswert.

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