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Mark van Bommel wechselte erst in der Winterpause vom FC Bayern nach Mailand © getty

Durch ein 0:0 in Rom wird der AC Mailand vorzeitig nach sieben Jahren wieder Meister. Auch Merkel, Boateng und van Bommel jubeln.

Rom - Der AC Mailand hat vorzeitig seine 18. italienische Meisterschaft perfekt gemacht.

Die Rossoneri holten am 36. Spieltag beim 0:0 bei AS Rom den letzten fehlenden Punkt zum "Scudetto".

Mit 78 Punkten kann das Team von Trainer Massimo Allegri von Inter Mailand (72), zuletzt fünfmal in Folge Meister, nicht mehr eingeholt werden. (DATEN-CENTER: Serie A)

Selbst bei Punktgleichheit hätte der Lokalrivale das Nachsehen, da dann der direkte Vergleich zählt und den konnte Milan für sich entscheiden.

"Einer musste Inter ja endlich mal den Titel entreißen - und das konnte nur Milan tun", sagte Geschäftsführer Adriano Galliani.

Titel für Merkel, Boateng und van Bommel

Für die Mannschaft von Klubpatron und Ministerpräsident Silvio Berlusconi geht damit eine lange Durststrecke zu Ende: Zuletzt holte der AC 2004 den Titel.

Meister sind somit auch der deutsche Junioren-Nationalspieler Alexander Merkel, der in Berlin geborene Deutsch-Ghanaer Kevin Prince Boateng und Mark van Bommel, der erst in der Winterpause vom FC Bayern gekommen war.

Die "Gazzetta dello Sport" nannte Boateng und van Bommel zwei von "sieben entscheidenden" Spielern.

"Ich danke Dottore Galliani"

"Ich danke Dottore Galliani, der mich zu diesem Klub geholt hat", sagte van Bommel, den Trainer Louis van Gaal vom Bayern-Hof gejagt hatte.

Der Niederländer hat jetzt vier Meisterschaften in vier Ländern gewonnen, Boateng dagegen erlebte eine Premiere.

"Es ist schwer, Worte dafür zu finden. Es ist unglaublich. Ich widme den Titel meiner Frau und meinem Sohn", sagte er, ehe er "ein paar Drinks" für die Nacht ankündigte.

Gegen die Römer, die als Tabellensechster weiter auf Kurs Europa League liegen, kam Merkel im Gegensatz zu seinen beiden Teamkollegen nicht zum Einsatz.

Insgesamt bestritt der U-19-Nationalspieler aber sechs Spiele.

Neapel verliert Boden

Inter, das in der vergangenen Saison unter dem umstrittenen Startrainer Jose Mourinho das Triple gewonnen hatte, bleibt nach dem 3:1 am Sonntag über den AC Florenz Tabellenzweiter.

Schon vier Punkte dahinter folgt der SSC Napel (68) nach einer 1:2-Niederlage bei US Lecce.

Eng bleibt der Kampf um den letzten Champions-League-Platz und die Europa League: Udine (62) verdrängte Lazio (60) durch ein 2:1 im Verfolgerduell von Rang vier.

Punktgleich folgt Lokalrivale AS Rom, dahinter lauert Juventus Turin (56), das erst am Montag gegen Chievo Verona antritt.

Rauschende Party trotz Training am Sonntagmorgen

Der neue Champion kann auch noch das Double perfekt machen.

Schon Dienstag muss der AC zum Halbfinal-Rückspiel im Pokal bei Palermo (Hinspiel: 2:2) antreten. Deshalb setzte Allegri für Sonntagmorgen eine Trainingseinheit an.

Das hielt die Mannschaft aber nicht von ausgelassenen Feiern in Rom ab, von wo das Team nach Sizilien weiterreist. (399488DIASHOW: So feiert Milan den Titel)

Höhepunkt der Party war der Kuss von Mittelfeldspieler Pato für Berlusconis Tochter Barbara.

Berlusconi will wieder die Champions League gewinnen

Klubchef Berlusconi dachte derweil schon an Höheres: "Nun gilt es, auch in der Champions League zu gewinnen."

Dazu hat der Boss Top-Transfers angekündigt, sein Traumspieler ist Cristiano Ronaldo.

"Aber das wird schwierig, weil Real Madrid ihn wohl nicht gehen lassen will", sagte Galliani.

In der lombardischen Metropole machten die Tifosi auf dem Domplatz die Nacht zum Tag. Rivale Inter wurde mit Schmähgesängen verhöhnt.

Daher bedauerte Meistercoach Allegri, "dass wir jetzt nicht in Mailand sind", freute sich aber über den Coup.

Allegri verspürt "große Befriedigung"

"Es ist eine große Befriedigung, in meiner ersten Saison hier den Titel zu gewinnen", sagte Allegri, dessen Verpflichtung von Cagliari Calcio im Sommer als Wagnis galt.

Entsprechend überschwänglich fiel das Lob für seine Truppe aus, die er trotz der Mischung von "Oldies" wie Seedorf, van Bommel oder Gattuso und schwieriger Charaktere wie Boateng, Zlatan Ibrahimovic und Adriano Cassaono zu einer Einheit formte.

"Diese Jungs haben so viele Titel gewonnen, aber sie waren so professionell und haben für die Gruppe gerabeitet. Deshalb sind wir Meister geworden", lobte Allegri.

Riesenlob der Spieler

Von den Spielern wurde der Coach als Erfolgsgarant gefeiert, nach dem Spiel warfen sie ihn mehrfach in die Luft.

"Er ist der Magier hinter diesem Erfolg", lobte Mittelfeld-Veteran Gennaro Gattuso.

Allegri will sich mit einer Pilgerreise in den Wallfahrtsort Montenero bedanken - und dort für weitere Erfolge beten.

Der 36. Spieltag im Überblick:

Samstag, 07. Mai

US Palermo - AS Bari 2:1 (1:0)

AS Rom - AC Mailand 0:0 (0:0)

Sonntag, 08. Mai

Brescia Calcio - Calcio Catania 1:2 (0:1)

Cagliari Calcio - AC Cesena 0:2 (0:0)

Inter Mailand - AC Florenz 3:1 (2:0)

Udinese Calcio - Lazio Rom 2:1 (2:0)

US Lecce - SSC Neapel 2:1 (0:0)

FC Bologna - FC Parma 0:0

FC Genua 1893 - Sampdoria Genua (20.45)

Montag, 09. Mai

Juventus Turin - Chievo Verona (20.45)

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