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Mark van Bommel hat bisher 13 Liga-Spiele für Milan absolviert © getty

Dem Ex-Bayern-Kapitän gefällt das Verhalten einiger früherer Mitspieler nicht. Auch zur Führungsdebatte nimmt er Stellung.

Von Mathias Frohnapfel

München - Er selbst hat immer seine Meinung gesagt.

Und als Mark van Bommel im Winter den Eindruck hatte, dass seine Meinung bei Louis van Gaal nicht mehr sonderlich gefragt war, wechselte er zum AC Milan.

Mittlerweile hat der ehemalige Bayern-Kapitän mit den Mailändern sich den Meistertitel geschnappt und erfolgreich seine Vita verschönert.

Daran ändert auch wenig, dass van Bommel am Dienstagabend wesentlich zu Milans Pokal-Aus beim 1:2 in Palermo beitrug. Der Niederländer verschuldete in der zweiten Hälfte einen Elfmeter und musste mit Rot vom Platz (News).

"Bayern hätte Meister werden müssen"

Doch immerhin hält van Bommel am Ende dieser Saison eine Trophäe in den Händen - im Gegensatz zu seinen früheren Bayern-Mitspielern.

Und der Mittelfeldabräumer lässt die Münchner direkt wissen, dass er die Meisterschaft für verschenkt hält.

"Man sieht, dass die Qualität da ist. Mit dieser Mannschaft hätte Bayern Meister werden müssen", stellt van Bommel gegenüber der "Bild" fest.

Allein gegen van Gaal?

Allerdings hatte van Bommel das Gefühl, dass er zeitweise als Einziger noch an die Titelverteidigung geglaubt habe.

Umso mehr sieht er sich durch seinen Wechsel über die Alpen und den Triumph in der Serie A bestätigt, zumal er auch "spielerisch gewachsen" sei.

Van Bommels Schwierigkeiten mit den kantigen Methoden von Louis van Gaal sind bekannt. Und den 34-Jährigen nervt noch immer, dass seine früheren Teamkollegen ihre Meinung zu oft hinter dem Berg gehalten hätten.

[kaltura id="0_zcudf3wb" class="full_size" title="Milan scheitert im Pokal "]

"Das ist kein guter Stil"

"Die Spieler, die jetzt van Gaal kritisieren, hätten vorher den Mut haben sollen. Es wäre wichtiger gewesen, die Diskussion zu suchen, als er noch da war", erklärte van Bommel.

"Sich hinterher zu trauen, ist kein guter Stil."

Und in der Führungsspielerdebatte stützte van Bommel seinen früheren Kollegen Arjen Robben.

Van Bommel preist Robbens Stärken

"Arjen ist ein Ausnahmespieler, weiß, wie es funktioniert", betonte van Bommel.

"Nicht umsonst habe ich alles getan, damit Bayern ihn verpflichtet. Er hat gesehen, was fehlt und seine Meinung geäußert. Ich verstehe, dass das einigen nicht gefällt."

Zudem mäkelte van Bommel indirekt an der Berufung von Philipp Lahm zum Kapitän.

Als er an seine frühere Aussage erinnert wird, Schweinsteiger wäre der richtige Kapitän, antwortete der Niederländer: "Der Meinung bin ich immer noch".

Hierachie im Umruch

Seit van Bommels Abschied ordnet sich die teaminterne Hierachie beim FC Bayern neu.

Immer wieder steht dabei Robben im Fokus, nach dem Werder-Spiel rangelte er im Weser-Stadion mit Mitspieler Thomas Müller, zuletzt debattierte Franck Ribery mit dem Niederländer über dessen Abspielverhalten.

Andries Jonker sieht diese Debatten gelassen. "Das muss von der Mannschaft selbst gelöst werden", befindet Bayerns Interimscoach.

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