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Kevin-Prince Boateng (l.) spielt seit 2010 für den AC Mailand © dpa

Der AC Mailand setzt sich beim Super Cup gegen den Erzrivalen Inter durch. Kevin-Prince Boateng sorgt für die Wende in Peking.

München - Statt des Moonwalk tanzte Kevin-Prince Boateng im fernen Peking jubelnd eine Kung-Fu-Pirouette, und zu Hause in Italien feiert die Presse den gebürtigen Berliner.

Mit seinem 2:1 (0:1)-Siegtreffer im italienischen Supercup in Peking gegen den ewigen Rivalen Inter bescherte Boateng dem AC Mailand 84 Tage nach dem Gewinn der Meisterschaft einen perfekten Start in die neue Saison.

"Ich fühle mich wunderbar, es war sehr wichtig für uns, das erste Spiel zu gewinnen. Das wird uns helfen, gut in die Meisterschaft zu starten", sagte Boateng nach dem Supercup, den der italienische Verband als Marketing-Maßnahme im Pekinger "Vogelnest", dem Olympiastadion von 2008, spielen ließ.

Siegtreffer per Abstauber

Mailands brasilianischer Stürmer Alexandre Pato hatte von der Strafraumkante abgezogen, Inter-Torwart Julio Cesar lenkte den Ball an den Pfosten und Boateng staubte zum 2:1 (69.) ab.

Der Jubellauf des ghanaischen Nationalspielers, der bei der Meisterfeier Milans als Michael-Jackson-Imitator aufgefallen war, endete an der Eckfahne in einer Kung-Fu-Einlage.

"Ibrahimovic und Boateng = SuperMilan"

"Kung-Fu-Milan", titelte am Sonntagmorgen die italienische "Gazzetta dello Sport": "Ibrahimovic und Boateng = SuperMilan." Zlatan Ibrahimovic hatte nach einer Stunde das 1:1 geköpft, Pokalsieger Inter Mailand war durch den Niederländer Wesley Sneijder (20.) in Führung gegangen.

Boateng scheint auf einem guten Weg, vier Jahre nach dem Verlassen Berlins und Stationen in London bei Tottenham, Dortmund und Portsmouth nun in Mailand endlich sein neues Zuhause gefunden zu haben.

Portsmouth hatte den 24-Jährigen vor einem Jahr nach Genua verkauft, von dort wurde er direkt an Mailand ausgeliehen. Ende Mai hatte Milan den 24-Jährigen endgültig für rund sieben Millionen Ablöse verpflichtet.

Kampfkraft und Einsatzwille

In Deutschland erinnern sich die Fans an Boateng vor allem wegen des brutalen Fouls im FA-Cup-Finale 2010 an Michael Ballack, das die Karriere Ballacks in der Nationalmannschaft beendete.

In Italien schätzen sie den Halbbruder des Neu-Bayern Jerome Boateng wegen seiner kämpferischen Qualitäten und seinem Einsatzwillen. Im Supercup hatte Kevin-Prince mit einem harten aber fairen Zweikampf den Ball erobert und so den Ausgleich durch Ibrahimovic eingeleitet.

"Der Supercup komplettiert die Meisterschaft"

Glück für die "Rossoneri": Eigentlich hatte AC-Trainer Massimiliano Allegri Boateng nach dem Ausgleich schon auswechseln wollen. "Manchmal ist es doch besser, eine Minute zu warten bevor man wechselt", sagte Allegri nach dem Sieg: "Dieser Supercup komplettiert die Meisterschaft der vergangenen Saison."

Der Supercup ist der 28. Titel für den AC Mailand in der Ära Berlusconi, vor 25 Jahren hat Berlusconi den Klub als Präsident übernommen.

Der Verein widmete den Titel dem heutigen italienischen Ministerpräsidenten und dessen Tochter Barbara.

Großen Anteil an dem Titel aber hatte ein Berliner: Kevin-Prince Boateng. Es war der zweite Titel der Ära Boateng.

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