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CLaudio Ranieri trainiert Inter Mailand seit dem 22. September 2011 © getty

Inter versinkt immer tiefer in der Krise, Coach Ranieri bangt um seinen Job. Baresi und Figo werden als Nachfolger gehandelt.

Mailand - "Inter geht zugrunde", kommentierte die Tageszeitung "Gazzetta dello Sport" die Pleite des lombardischen Spitzenklubs.

Am Ende der Partie skandierten die Inter-Fans lautstark den Namen von Jose Mourinho.

Unter dem aktuellen Coach von Real Madrid hatten die Mailänder im Jahr 2010 die Champions League, die Meisterschaft und den Cup gewonnen.

Wütende Fan-Proteste

"Wir wollen eine Mannschaft, die endlich gewinnt!", stand auf einem Spruchband wütender Inter-Fans.

"Schämt euch", war auf einem weiteren Plakat zu lesen.

Aus Protest gegen die enttäuschende Leistung verließ Inter-Präsident Massimo Moratti kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit das Stadion in San Siro.

Seit fünf Spielen ohne Sieg

Ein Punkt aus den letzten fünf Begegnungen lautet die alarmierende Bilanz der Blauschwarzen.

Mit 36 Punkten belegt Inter nur noch den sechsten Tabellenplatz, einen Punkt hinter dem SSC Neapel, der mit 3:0 (2:0) beim AC Florenz gewann (DATENCENTER: Serie A).

Der letzte Sieg des Pokalsiegers datiert vom 22. Januar, als es ein 2:1 gegen Lazio Rom mit dem deutschen Nationalspieler Miroslav Klose gab.

Ranieris Stuhl wackelt

Inter-Trainer Claudio Ranieri, der im September die krisengeschüttelte Mannschaft von seinem erfolglosen Kollegen Giampiero Gasperini übernommen hatte, zittert bereits.

Denn die Bilanz der Saison ist erschreckend. In 24 Meisterschaftsbegegnungen musste Inter zehn Niederlagen hinnehmen, dies war zuletzt in der Saison 1946/47 passiert.

In den letzten drei Spielen erzielte Inter kein einziges Tor.

Sparzwang bei Inter

Unkonzentriertheiten, Probleme in der Verteidigung, schwache Stürmer:

Der Champions-League-Sieger von 2010 ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

Nach dem Abschied von Starspieler Samuel Eto'o zum russischen Klub Anschi Machatschkala hat der neue Sturm zutiefst enttäuscht.

Aus Spargründen hatte Moratti in der Winterpause keine Spieler verpflichtet, wie es Ranieri gehofft hatte.

Baresi und Figo sind Kandidaten

Laut "Gazzetta dello Sport" denkt Moratti bereits an einen Trainerwechsel.

Als Alternative zu Ranieri zählen offenbar Franco Baresi, ehemaliger Star von Lokalrivale AC Mailand, und der frühere Inter-Star Luis Figo zu den Kandidaten.

Auch der als Nationaltrainer der englischen Nationalmannschaft zurückgetretene Fabio Capello wird gehandelt.

Moratti verlässt das Stadion vorzeitig

Ranieri will das Handtuch nicht werfen.

"Wir leisten nicht was wir könnten, ich rechne jedoch nicht mit meiner Entlassung. Wir werden wieder von vorne anfangen", erklärte Ranieri.

"Wir hatten einen gewissen Zusammenhalt gefunden, den wir leider wieder verloren haben. Wir müssen uns bei Moratti entschuldigen. Er hat das Stadion verlassen und somit klar ausgedrückt, dass er mit unseren Leistungen nicht zufrieden ist."

Als entscheidend für die Zukunft des Coaches gilt nun das Champions-League-Duell mit Olympique Marseille am Mittwoch (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Im Falle einer weiteren Blamage könnte sich Ranieri wohl nicht mehr retten.

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