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Torwart-Legende Dino Zoff bestritt in seiner aktiven Karriere 112 Länderspiele für Italien © getty

Torwart-Ikone Zoff feiert am Dienstag seinen 70. Geburtstag. "Dino Nazionale" blickt auf eine Karriere voller Rekorde zurück.

Rom - Im Sommer 1956 hatte Großmutter Zoff eine Idee. Ihr Enkel Dino war enttäuscht von Probetrainings bei Juventus Turin und Inter Mailand zurückgekehrt.

Zu klein sei er für die großen Klubs - mit 1,60 Meter entsprach der 14-Jährige nun wirklich nicht deren Vorstellungen von einem Torhüter. (DATENCENTER: Serie A)

Der Junge brauchte also Hilfe. Er musste wachsen. Acht Eier landeten fortan täglich auf dem Teller des Jugendlichen.

Ein Leben voller Rekorde

Ob trotz oder wegen Großmutters Proteinbomben - Dino wuchs, arbeitete weiter hart an sich und wurde Jahre später zum wohl besten Torhüter, den Italien je hervorgebracht hat.

Zu "Dino Nazionale". Am Dienstag (28. Februar) wird Dino Zoff 70 Jahre alt. Er kann zurückblicken auf ein Leben voller Titel und Rekorde.

Es sagt viel aus über den Charakter des bescheidenen Mannes aus Norditalien, wie er heute über seinen wichtigsten Erfolg spricht.

112 Länderspiele für Italien

"Das Größte, was ich in meiner Karriere erreicht habe, ist der Respekt der Menschen", sagt Zoff, der sportlich fast alles gewonnen hat. 112 Länderspiele bestritt er für Italien, große Titel legen sich wie eine Klammer um seine Nationalmannschaftskarriere.

In seinem erst vierten Einsatz für die Azzurri wurde er Europameister, als Italien sich im Finale 1968 in Rom gegen Jugoslawien durchsetzte.

14 Jahre später folgte die Krönung bei der WM 1982 durch einen 3:1-Sieg gegen Deutschland.

Ältester Weltmeister der Geschichte

Mit 40 Jahren führte Zoff seine Mannschaft in Madrid zum Titel, bis heute ist er der älteste Fußball-Weltmeister der Geschichte. Zoff wurde in seinem letzten Spiel für Italien zum Symbol des WM-Triumphes.

Auf Klubebene bestritt er für Juventus Turin die unglaubliche Zahl von 330 Spielen in Folge, gewann nationale Meisterschaften und Pokale, dazu den UEFA-Cup im Jahr 1977.

Auch als Trainer arbeitete Zoff später erfolgreich. Mit Juventus holte er 1990 noch einmal den UEFA-Cup, später betreute er Lazio Rom und die italienische Nationalmannschaft (SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner für die Serie A).

Erfolge hart erkämpft

Keiner dieser Erfolge ist Dino Zoff in den Schoß gefallen, darauf legt er Wert. "Alles was ich erreicht habe, habe ich durch harte Arbeit erreicht", sagt er. Die Jugend in Mariano del Friuli, einem 1500-Seelen-Dorf im Friaul, hat ihn geprägt.

Sein Vater, ein Landwirt, habe "jeden Tag geschuftet", um die Familie zu ernähren. "Arbeit ist deshalb wie eine Religion für mich", hat der gelernte Mechaniker einmal gesagt. Auch der Sport war für den Torwart immer eher Arbeit als Show. Wenn es eine Regel in Zoffs Leben gebe, dann laute sie:

"Falle nicht durch Geschwätz auf, sondern durch Taten." Daran habe er sich immer gehalten.

Unitalienische Art

Stets besonnen, sachlich und wortkarg - seine irgendwie unitalienische Art behielt er auch in Zeiten bei, in denen er merkte, dass Erfolge oft eine kurze Halbwertszeit haben.

Als Nationaltrainer führte er Italien ins Finale der EM 2000, erst in der Verlängerung unterlag das Team Frankreich. Dennoch hagelte es Kritik. Zoff trat noch in der Nacht der Niederlage zurück und machte eine nüchterne Feststellung, die wohl in jeder Profiliga der Welt ihre Gültigkeit hat:

"Es ist das Schicksal aller Trainer, früher oder später mit Tomaten beworfen zu werden."

Zoff genießt den Ruhestand

Mittlerweile hört die Öffentlichkeit selten von Dino Zoff, der genießt seinen Ruhestand. Nur manchmal, wenn er sich Sorgen macht um seine Squadra Azzurra, dann meldet sich "Dino Nazionale" nochmal zu Wort. So, wie im Jahr 2008.

Italien habe große Probleme mit seinem Torwartnachwuchs, sagte er damals. "Es ist eine Generationssache. Abgesehen von Gianluigi Buffon überzeugt mich kein italienischer Torhüter wirklich. Unsere alte Schule ist verschwunden."

Vielleicht sollte man es mal mit Eiern versuchen. Wie Großmutter Zoff, damals im Sommer 1956.

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