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David Beckham ist bis März von Los Angeles Galaxy ausgeliehen © getty

David Beckham freut sich über einen gelungenen Einstand in der Serie A. Trainer Ancelotti lobt Becks' ehrgeiziges Auftreten.

Von Mathias Frohnapfel

München/Rom - Bei der dritten Ecke war er endlich an der Reihe.

David Beckham legte sich den Ball zurecht und zirkelte ihn in den Strafraum.

Der Engländer war spätestens in diesem Moment angekommen in der Serie A.

Überraschend hatte Milan-Coach Carlo Ancelotti den Superstar gegen den AS Rom in die Startelf beordert.

"Es war eine kleine Belohnung dafür, dass er sich so hervorragend ins Team eingefügt hat", erklärte Ancelotti.

"Bravo David. Er hat gezeigt, dass er ein ernsthafter, sehr intelligenter und ausgeglichener Spieler ist."ad

Professionell und couragiert

Und "Becks" dankte es dem Trainer mit einer couragierten Vorstellung (80.000 Zuschauer bei Beckhams Debüt). Anfangs ein wenig zurückhaltend, fügte er sich immer besser in die Mailänder Formation ein.

Dabei war er beim 2:2 im Römer Olympiastadion (Tore: zweimal Mirko Vucinic, zweimal Pato) nicht an den Treffern beteiligt, trotzdem überzeugte die professionelle Einstellung des 107-fachen englischen Nationalspielers.

Alle wollen "Becks" sehen

Wie die Fußball-Ikone von der Insel sein italienisches Abenteuer angehen würde, erregte die Neugier von 80.000 Zuschauern 52025(Diashow: Alle Augen auf Becks)

In Englands Nationalteam bestand ja seine Rolle zuletzt hauptsächlich darin, teamintern für gute Laune zu sorgen. Für sein Gastspiel bei den "Rossoneri" scheint sich Beckham mehr vorgenommen zu haben.

"Besser gespielt als gedacht"

89 Minuten spielte er in Rom und bedankte sich nachher gleich bei den Kameraden.

"Ich habe Spaß gehabt, die Mitspieler haben mir geholfen", berichtet David Beckham. Zudem gab er ein ehrliches Bekenntnis ab.

"Ich habe besser gespielt als ich vorher glaubte. Mein Ziel ist es jetzt, hier so viele Partien wie möglich zu machen."

Milans Doppeltorschütze Pato kommentierte: "Beckham hat gut gespielt, wir verstehen uns gut, auch wenn wir hauptsächlich mit Gesten kommunizieren."

Lob und Kritik von Italiens Medien

Viel Lob gab es in Italiens Medien.

"So eine Leistung konnte man von ihm nicht erwarten", schrieb die "Gazzetta dello Sport" und spekulierte: "Vielleicht wird Englands Nationaltrainer Fabio Capello beim nächsten Mal einen Beobachter nach Italien schicken."

"Tuttosport" ergänzte: "Überraschung Beckham. Ancelotti schickt ihn sofort aufs Spielfeld. Seine erste Halbzeit war nicht schlecht, vor allem wegen seiner Entschlossenheit und Energie. Er war der mobilste Spieler seiner Mannschaft."

Kritischer zeigte sich die römische Sporttageszeitung "Corriere dello Sport": "Beckham schien im Spiel gegen AS Rom verwirrt, er hatte Schwierigkeiten zu begreifen, welche Position er auf dem Spielfeld einnehmen sollte."

In Italien wird Beckhams Auftritt trotz des medialen Rummels auch mit Skepsis begleitet. Ex-Nationalspieler Aldo Serena, der früher für Inter und AC Mailand spielte, sagte zu Sport1.de: "Ich halte das ehrlich gesagt eher für eine wirtschaftliche als eine sportliche Aktion."

Allerdings hätten die Milan-Bosse "gewiss richtig gerechnet". Das bewies bereits die fast schon fieberhafte Jagd nach Panini-Bildern mit dem Konterfei Beckhams (Aufruhr um Beckham-Bilder)

Bleibt er doch länger?

David Beckham dürfte in Italien bis zum Frühjahr weiter zum Kultobjekt avancieren.

Jedoch ist seine Zeit beim AC Mailand auf drei Monate begrenzt. Danach soll der 33-Jährige zurück in die USA. Der Engländer bestätigte das noch einmal. "Mein Vertrag ist klar. Ich muss zum Saisonbeginn zu LA Galaxy zurückkehren."

Laut "soccernet" dürfte hier womöglich das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Alexis Lalas fädelte den Beckham-Transfer zu Galaxay ein. Jetzt hält es der ehemalige Galaxy-Manager für möglich, dass Beckham seine Vertragslaufzeit in Kalifornien verkürzen könnte, um langfristig in Italien zu bleiben.

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