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Jose Mourinho hat seit Sommer bei Inter Mailand das Sagen © getty

Der Trainer von Inter Mailand ist nach der jüngsten Pleite nicht nur mit dem Team unzufrieden, sondern auch mit sich selbst.

München - Die Enttäuschung von Inter Mailands Trainer Jose Mourinho kannte angesichts der 1:3 (0:3)-Pleite bei Atalanta Bergamo keine Grenzen.

"Das war unsere schlechteste Leistung der Saison", fand der Portugiese nach der Partie deutliche Worte für die Darbietung seines Starensembles.

"Wir haben in der ersten Hälfte so schlecht gespielt, dass wir dieses Resultat verdient haben."

Bereits nach einer knappen halben Stunde lag der Spitzenreiter der Serie A nach Toren von Sergio Floccari (18.) und einem Doppelpack von Christian Doni (28., 33.) verdient mit 0:3 zurück. ad

"Werde jede Kritik annehmen"

Mit seinem Statement griff der 45-Jährige dem Urteil der Medien vorweg: "Ich werde jede Kritik annehmen. Die Presse kann jedes Adjektiv verwenden, und ich werde mich nicht beschweren."

Eine Woche nach dem Punktverlust gegen Cagliari (1:1) ließ die zweite Niederlage der Saison den Vorsprung des Meisters auf den ärgsten Verfolger Juventus Turin auf drei Punkte schmelzen (Tabelle).

Mourinho vermisst den Willen

Im Gegensatz zum Remis in der Vorwoche attestierte Mourinho seinem Team gegen Bergamo mangelndes Engagement: "Diesmal fehlte die Aggression, der Wille - die richtige Einstellung. Das konnte sogar jemand sehen, der nichts von Fußball versteht."

Allerdings übernahm der ehemalige Chelsea-Coach die volle Verantwortung für die desaströse Vorstellung: "Es ist der Fehler des Trainers, dass das Team nicht dazu in der Lage war."

Und konnte dem Rückschlag am Ende sogar Positives abgewinnen: "Ich mag die schwierigen Momente, denn sie führen dazu, dass sich etwas ändert. Vor allem die Einstellung, die einfach nicht in Ordnung war."

Inters Präsident Massimo Moratti ging gleichfalls hart mit der Mannschaft ins Gericht. "Es war eine wirklich schlechte Partie, es ist unmöglich schwächer zu spielen."

Zu Mourinho sagte Moratti: "Er trifft alle Entscheidungen, wir beschränken uns darauf sie zu bestätigen."

Prozess gegen Moggi

Indes schaut Fußball-Itailen auf den Prozessaufakt gegen Luciano Moggi, den skandalumwitterten ehemalige Sportdirektor von Juventus Turin.

Moggi steht ab Dienstag in Neapel mit weiteren 25 Personen vor Gericht.

Der 71-jährige Moggi wird beschuldigt, mit Hilfe korrupter Schiedsrichter mehrere Spiele der Meisterschaft 2004/2005 und 2005/2006 zugunsten seines Turiner Vereins manipuliert zu haben. Er wird auch der Bildung einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel beschuldigt, Einfluss auf Italiens Fußball-System zu nehmen.

Berlusconi verwundert

In Hinblick auf den Prozess will Moggi 498 Entlastungszeugen laden lassen, darunter auch den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, den Trainer des AC Mailand, Carlo Ancelotti, den Geschäftsführer des Mailänder Klubs, Adriano Galliani, sowie den tschechischen Coach Zdenek Zeman.

Milan-Boss Berlusconi zeigte sich über Moggis Absicht, ihn als Zeuge laden zu lassen, überrascht. "Unsere Wege haben sich nie gekreuzt", meinte Berlusconi.

Vor Gericht werden sich auch Lazio-Präsident Claudio Lotito, Reggina-Chef Pasquale Foti und der Ehrenpräsident des Erstligisten AC Florenz, Diego Della Valle, verantworten müssen. Vor den Richtern wird auch der ehemalige Präsident des italienischen Fußballverbandes, Franco Carraro, stehen.

Wegen Moggis Verwicklung im Manipulationsskandal hatte der italienische Fußballverband Juventus Turin die Meistertitel der Saisonen 2004/05 und 2005/06 aberkannt. Moggi war vor zwei Wochen von einem Gericht in Rom zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden, sein Sohn Alessandro zu 14 Monaten Haft.

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