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Kaka gewann mit dem AC Mailand 2007 die Champions League © getty

Kaka bleibt beim AC Milan. Die Entscheidung des Brasilianers macht die Fans und Italiens Ministerpräsident Berlusconi stolz.

Von Mathias Frohnapfel

München/Mailand - Wie eine Fahne hielt Kaka demonstrativ sein Milan-Trikot aus dem Fenster seiner Wohnung.

Die Botschaft: "Ich bleibe."

Es war kurz nach 23 Uhr am Montagabend, als der Superstar "No" zu Manchester City sagte und damit mehrere hunderte Tifosi direkt vor seiner Villa in der Mailänder Innenstadt zu Jubeltänzen brachte.

"Geld ist nicht alles"

Gerade zu euphorisch pries Klub-Mäzen Silvio Berlusconi den Brasilianer. "Das ist der Sieg von Kaka. Er hat auf viel Geld verzichtet, weil Geld nicht alles ist im Leben."ad

Zuvor hatte Berlusconi, der ja in Personalunion Italiens Ministerpräsident ist, via Fernseh-Interview die Entscheidung selbst publik gemacht (zum Artikel).

Während die Milan-Fans im Land feierten, zeigte Berlusconi, dass ihn trotz Friedensdiplomatie im Nahen Osten und Finanzkrise der Fußball-Megadeal enorm beschäftigt hatte.

Milan ließ Kaka die Wahl

Der 26-Jährige sei ein "ragazzo d'oro" ("Goldjunge") schwärmte der Vereinsboss. "Zwischen Vernunft und Herz hat das Herz überwogen."

Berlusconi gestand offen, dass die Rossoneri dem Weltfußballer des Jahres 2007 angesichts des sensationellen Angebots die Wahl gelassen habe - zwischen Milan und dem schwerreichen Klub von der Insel.

"Es war eine Entscheidung des Herzens", sagte Kaka (Spielerporträt) noch in der Nacht. "Milan ist mein Zuhause, nicht einmal für 30 Sekunden habe ich darüber nachgedacht, zu Manchester City zu gehen."

Zudem erklärte der gläubige Christ: "Ich habe in den letzten Tagen viel gebetet. Gott hat mir gesagt, dass ich bei Milan bleiben soll."

Tief bewegt hätte ihn auch die vielen Liebeskundungen der Anhänger, die ihn mit Plakaten und Sprechchören inständig gebeten hätten zu bleiben.

Am Montagvormittag war Kakas Vater aus Brasilien angereist, um Für und Wider abzuwägen.

Transfer hätte Rekorde gebrochen

Schließlich hätte der Sohn von Bosco Leite zum bestbezahlten Spieler der Welt aufsteigen können. 15 Millionen Euro Jahresgehalt bot ManCity, das von einer Investorengruppe um den Scheich Mansour bin Zayed al Nahyan finanziert wird. Auch der Transfer hätte mit 125 Millionen Euro alle Rekorde pulversiert.

Zwischendurch jubilierten sogar schon englische Medien über den angeblich perfekten Deal.

Schließlich mussten aber die City-Verhandlungsführer um Gary Cook erfolglos aus dem Sitz der Rossoneri in der Via Turati abziehen.

Robinho verlässt City-Trainingscamp

Manchesters Profi Robinho reagierte heftig auf die Absage seines Landsmanns. Der Brasilianer war selbst für zirka 42 Millionen Euro im Sommer 2008 von Real Madrid zu City gewechselt und hatte fest darauf vertraut, dass Kaka mit Spielwitz und Kreativität sein Team verstärken würde.

Verärgert verließ er das ManCity-Trainingslager auf Teneriffa, als er von der Entscheidung erfahren hatte.

Die Enttäuschung bei dem Brasilianer muss riesig sein. Denn anders als prognostiziert, hat sich ManCity bislang nicht in der oberen Tabellenhälfte der Premier League etabliert (Tabelle).

City steht nach dem geplatzten Mega-Deal nun als großer Verlierer da. "Ein Schlag in die Magengrube", titelte das englische Massenblatt "The Sun" nach dem "Transfer-Kollaps" ("The Mirror"). Und der "Telegraph" sprach von einer "bitteren Lehrstunde".

Die Milan-Familie siegte

Umso glücklicher war Carlo Ancelotti am Ende des Verhandlungsthrillers um Kaka.

Das Ja des Brasilianers war wie ein Ritterschlag für die Arbeitsweise des AC-Trainers.

Sein Kommentar: "Ich bin zufrieden, dass er mit dem Herz entschieden hat. Damit zeigt sich, dass Milan ein spezieller Klub ist, eine Familie, in der es allen gut geht."

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