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David Beckham (l.) spielt seit Ende Dezember mit Kaka bei Milan zusammen © getty

Die Absage an City war offenbar doch keine "Entscheidung des Herzens", wie der Brasilianer erklärt hatte, sondern wohl durchdacht.

Von Martin Volkmar und Mathias Frohnapfel

München/Mailand - Nach der Absage an Manchester City konnte sich Kaka vor Lobeshymnen von Fans, Medien und Verantwortichen des AC Mailand kaum retten.

"Das ist der Sieg von Kaka. Er hat auf viel Geld verzichtet, weil Geld nicht alles ist im Leben", hatte etwa Milan-Boss Silvio Berlusconi gejubelt. (zum Artikel)

Der 26-Jährige sei ein "ragazzo d'oro" ("Goldjunge") schwärmte der Italiens Ministerpräsident.

"Zwischen Vernunft und Herz hat das Herz überwogen." ad

"Entscheidung des Herzens"

"Es war eine Entscheidung des Herzens", hatte auch Kaka (Spielerporträt) noch in der Nacht erklärt.

"Milan ist mein Zuhause, nicht einmal für 30 Sekunden habe ich darüber nachgedacht, zu Manchester City zu gehen."

Doch die Wahrheit könnte wesentlich profaner sein, glaubt man Berichten aus Spanien.

Demnach habe der Brasilianer die Mega-Offerte über rund 15 Millionen Euro Jahresgehalt von ManCity, das zudem eine Ablöse von etwa 125 Millionen Euro zahlen wollte, aus ganz anderen Gründen zurückgewiesen.

Beckham weiß mehr

"Kaka will zu Real Madrid und nicht zu Manchester City", soll Milan-Teamkollege David Beckham laut "AS" im kleinen Kreis erklärt haben.

Der Mittelfeldspieler habe ihn daher schon mehrfach über die "Königlichen" ausgefragt, so der frühere Real-Star weiter:

"Jemand hat ihn angerufen und er hat seine Entscheidung getroffen", wird Beckham zitiert. "Ich denke, er wird im Juni zu Real wechseln."

Das große Interesse des spanischen Rekordmeisters an Kaka ist bekannt, schon mehrfach haben die Madrider Angebote bei den Mailändern eingereicht.

Bislang vergeblich, doch laut "Marca" rechnet Milan-Coach Carlo Ancelotti nach wie vor mit einem Abgang seines Stars in Richtung Spanien.

Manchester City als großer Verlierer

Verlierer in dem Poker ist in jedem Fall Manchester City, das sich des spektakulären Transfers schon sicher schien.

Daher war die eigenmächtige Flucht von Kakas Landsmann Robinho aus dem Trainingslager auf Teneriffa auch als Zeichen gewertet worden, dass der Mittelfeldspieler nun keine Lust mehr auf den Verbleib beim Tabellen-11. der Premier League. (Tabelle).

Doch am Dienstagnachmittag ruderte Robinho, der erst im vergangenen Sommer für zirka 42 Millionen Euro von Real Madrid zu City gewechselt war, zurück.

Robinho spricht von Missverständnis

Er sei aufgrund familiärer Probleme nach Brasilien geflogen, erklärte der 24-Jährige:

"Ich möchte zum Klub zurückkehren und werde alle Missverständnisse ausräumen. Ich möchte unterstreichen, dass ich nicht wegen des Kaka-Deals nach Brasilien gereist bin."

Rechtzeitig vor dem nächsten Spiel am 28. Januar gegen Newcastle United wird Robinho in Manchester zurückerwartet.

Eine empfindliche Geldstrafe droht ihm dennoch.

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