Napoli-Kapitän plant Höhenflug im Vogelnest
Von Mathias Frohnapfel
München - Der Höhenflug des SSC Neapel soll im "Vogelnest von Peking" weitergehen, das wünscht sich auf jeden Fall Kapitän Paolo Cannavaro.
Seit drei Jahren trägt die Serie A im Pekinger Olympiastadion den Supercup aus, der Pokalsieger aus Süditalien bekommt es am Samstagnachmittag mit Meister Juventus Turin zu tun.
Just dem Team, das in der vergangenen Saison keine einzige Niederlage hinnehmen musste - bis auf eben jene Partie im Pokalfinale von Rom.
Erster Titel seit 22 Jahren
Mit 2:0 triumphierte Napoli und zerschlug mit dem ersten Titel seit 22 Jahren so etwas wie den gordischen Knoten, der den Klub seit der Maradona-Ära umschlungen hielt.
"Es ist schön einen Titel zu gewinnen, das tut gut", berichtet Cannavaro im Gespräch mit SPORT1. "Für den Beginn kann uns die Coppa d'Italia helfen, wir hoffen, dass noch mehr Pokale folgen."
Präsident träumt vom Scudetto
Für Aurelio De Laurentiis ist das quasi eine Selbstverständlichkeit.
Der ebenso eigensinnige wie ehrgeizige Präsident hatte unlängst als Saisonziel Platz zwei in der Liga genannt, noch besser wäre allerdings der Gewinn des Scudetto.
"Es ist schön, dass unser Präsident diese Ziele hat. Die hat natürlich auch die Mannschaft", erklärt Cannavaro und fügt realistisch an:
"Wir wissen aber, dass es schwierig wird. Wir haben das Potenzial, um etwas zu erreichen, wir hoffen, dass es uns gelingt."
Seit 2006 spielt der 31-Jährige für Neapel, ist inzwischen einer der Charakterköpfe und Anführer des Teams von Trainer Walter Mazzarri geworden.
"Die Roma beeindruckt mich"
Umso mehr weiß der Bruder von Ex-Weltmeister Fabio Cannavaro, welchen Antrieb ein Erfolg im Supercup Napoli geben könnte.
Als stärkste Mannschaft der Serie A schätzt er dennoch weiterhin Juventus ein, die er auch als ersten Titelfavoriten nennt.
"Die Roma beeindruckt aber auch", nennt er einen weiteren großen Konkurrenten.
Siege gegen Bayern und Bayer
In der Vorbereitung machte allerdings bislang auch Neapel von sich reden. Das Team schlug zuletzt solch illustre Teams wie den FC Bayern, Bayer Leverkusen und Bordeaux.
"Es ist gut gegen Bayern zu gewinnen, aber das sind Partien, die nichts zählen", stellt Cannavaro mit einem listigen Blick fest.
Ein Erfolg über Juve hätte dagegen jetzt eine ganz andere Bedeutung.
Lavezzi als schmerzhafter Abgang
Der Champions-League-Achtelfinalist des Vorjahrs musste zwar für 26 Millionen Euro Stürmer Ezequiel Lavezzi an Paris Saint Germain ziehen lassen, konnte ansonsten aber seine Truppe zusammenhalten.
Zudem kam Angreifer Eduardo Vargas für elf Millionen Euro aus Santiago und Mittelfeldmann Valon Behrami für acht Millionen Euro vom AC Florenz.
"Er ist ein bissiger Spieler, technisch stark", urteilt Cannavaro gegenüber SPORT1.
Behrami will den ersten Pokal
Behrami beeilt sich indes, seine Motivation für den Supercup zu versichern.
"Es wäre meine erste Trophäe überhaupt, ich bekomme Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie die Tifosi anschließend feiern würden", sagt der Schweizer der "Gazzetta dello Sport".
Cannavaro hofft indes auf weitere Auslandsreise in der neuen Spielzeit, in der Europa League will der Vorjahresfünfte zeigen, dass er genauso couragiert wie zuvor in der Champions League auftreten kann.
"Wir haben Erfahrung in der Champions League gesammelt, wir können jetzt auch in der Europa League etwas erreichen", sagt Napolis Kapitän, gibt aber auch offen zu:
"Für mich ist das ein Wettbewerb, der erst schön wird, sobald du die Gruppenphase überstanden hast."
Juve möchte Stärke demonstrieren
Derweil geht es am Samstag im Supercup sofort darum, die eigene Stärke zu zeigen.
Beim Meister aus Turin ist das die klare Vorgabe.
"Wir wollen Neapel schlagen, um allen zu sagen, dass wir die Stärksten bleiben", tönt Juve-Mittelfeldass Claudio Marchisio.
"Napoli ist jedes Jahr besser geworden und hat uns immer Schwierigkeiten gemacht", gibt er aber auch zu.
Conte gesperrt
Nicht auf der Bank sitzen wird Trainer Antonio Conte.
Nach seinen Verwicklungen in den Wettskandal wurde der Coach vom Verband für zehn Monate gesperrt. Conte soll als Siena-Trainer von Manipulation erfahren haben, sie aber nicht gemeldet haben.
