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Kevin-Prince Boateng wechselte 2010 vom FC Portsmouth zum AC Mailand in die Serie A © getty

Für den Milan-Star wiegt der Rassismus-Skandal schwer, er erwägt sogar einen Weggang aus Italien. Der erste Täter gesteht.

München - Kevin-Prince Boateng erwägt wegen des Rassismus-Vorfalls vom Freitag seinen vorzeitigen Abschied aus Italien (BERICHT: Rassismus-Skandal um Boateng).

"Das geht nicht spurlos an mir vorbei", sagte der 25-Jährige vom AC Mailand der "Bild". "Ich werde jetzt drei Nächte darüber schlafen und mich nächste Woche mit meinem Berater Roger Wittmann treffen. Dann muss man schauen, ob es weiter Sinn macht, in Italien zu spielen."

Er sei über den Vorfall sauer, traurig und geschockt gewesen, sagte Boateng: "Dass so etwas im Jahr 2013 noch passiert, ist eine Schande - nicht nur für Italien, sondern für den Fußball auf der ganzen Welt. Ich wollte ein Zeichen setzen für die ganze Welt, dass es so nicht weitergeht."

"Gucken ist einfach, Handeln schwieriger"

Boateng weiter: "Wir müssen wach werden und die Augen öffnen. Es reicht. Rassismus hat im Fußball nichts zu suchen."

Er hob hervor, dass man Rassismus nicht mehr tolerieren dürfe.

"Weg gucken ist einfach, Handeln schwieriger. Aber ich hätte das auch in der Champions League beim Spiel gegen Real Madrid gemacht - und werde es immer wieder tun", sagte Boateng, der bei Milan noch bis 2014 unter Vertrag steht. (DATENCENTER: Serie A)

Affen-Laute gegen dunkelhäutige Spieler

Vor und während des Testspiels beim Viertligisten Pro Patria hatten Fans des Viertligisten Boateng und weitere dunkelhäutige Milan-Spieler rassistisch mit Affen-Lauten beleidigt. (658083Diashow)

Daraufhin unterbrach Boateng in der 26. Minute das Spiel, schoss den Ball in Richtung der Zuschauer und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten Boateng ("Das macht mich stolz"), das Spiel wurde anschließend abgebrochen.

[kaltura id="0_38orwvkp" class="full_size" title="Boateng rassistisch beleidigt"]

Auch Berlusconi gratuliert

Dabei ist Boateng übrigens nur knapp einem Platzverweis entgangen: "Später haben mir meine Mitspieler gesagt, dass mir der Schiri sogar noch die Rote Karte zeigen wollte."

Für den Spielabbruch bekamen Boateng und Milan länderübergreifend viel Zuspruch. (BERICHT: Viel Zuspruch für Boateng)

Sogar Milan-Patriarch Silvio Berlusconi gratulierte.

Ein Täter gesteht

Nur kurz nach dem Beginn der offiziellen Untersuchung gestand bereits ein Täter.

Die Polizei der norditalienischen Stadt Varese hat gegen fünf Personen Ermittlungen aufgenommen. Sie konnten mit Hilfe von Videoaufnahmen identifiziert werden. Ein Täter hatte bereits am Freitag gestanden, den ehemaligen Bundesligaprofi beleidigt zu haben.

Verfahren gegen Fangruppierung

Die Staatsanwaltschaft von Busto Arsizio eröffnete am Freitag ein Verfahren gegen eine Fangruppierung. Der Vorwurf laute Aufhetzung zu rassistischem Hass, erklärte Staatsanwalt Mirko Monti. Unter anderem droht den Tätern eine fünfjährige Stadionsperre.

Der Präsident des italienischen Fußballverbanden FIGC, Giancarlo Abete, bat derweil um ein Treffen mit Italiens Polizeichef Antonio Manganelli, um Maßnahmen gegen Rassismus in den Stadien zu besprechen.

Abete will außerdem die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Sicherheitskräften gegen Gewalt in den Stadien verstärken.

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