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Miroslav klose (r.) wechselte 2011 vom FC Bayern zu Lazio Rom © getty

Die Fans der Römer beleidigen Cagliaris Kolumbianer Victor Ibarbo. Lazio-Boss Lotito sagt: "Unsere Fans sind keine Rassisten."

Rom - Nationalstürmer Miroslav Klose hat mit Lazio Rom den zweiten Tabellenplatz in der Serie A gefestigt und den Rückstand auf Spitzenreiter Juventus Turin verkürzt.

Einen Tag nach dem mühevollen 2:1 (0:0) Lazios gegen Cagliari Calcio patzte Rekordmeister und Titelverteidiger Juve überraschend daheim trotz langer Überzahl mit 1:2 (1:0) gegen Sampdoria Genua.

In der Tabelle liegt Juventus mit 44 Punkten vor Lazio (39), das zudem von den Patzern seiner Verfolger profitierte:

Der AC Florenz (35) verlor 0:2 (0:0) gegen Kellerkind Delfino Pescara, Inter Mailand (35) unterlag bei Udinese Calcio 0:3 (0:0).

Der bisherige Fünfte SSC Neapel siegte nach einem Dreierpack von Stürmerstar Edinson Cavani 4:1 (1:0) gegen den AS Rom und kletterte mit 37 Punkte auf Platz drei. Mit nun 16 Treffern übernahm Cavani zudem die Führung in der Torjägerliste. (DATENCENTER: Serie A)

Klose holt Elfmeter raus

In Rom holte Klose am Samstag den umstrittenen Elfmeter zum entscheidenden zweiten Tor heraus. Marco Sau (62.) hatte die Gäste aus Sardinien im Stadio Olimpico in Führung gebracht, ehe Abdoulay Konko (79.) ausglich.

Antonio Candreva (86.) sorgte schließlich per Strafstoß für die Entscheidung.

Überschattet wurde das Spiel durch rassistische Gesänge der Lazio-Fans gegen Cagliaris dunkelhäutigen Kolumbianer Victor Ibarbo.

Schmähungen gegen Ibarbo

Aus der Kurve der berüchtigten Lazio-Anhänger, die in der Vergangenheit wegen ihrer rechtsextremistischen Orientierung häufiger für Aufsehen gesorgt hatten, ertönten in der ersten Halbzeit Pfiffe und hämische Rufe gegen den Kolumbianer.

Daraufhin wandte sich Cagliaris Generaldirektor Luciano Marroccu an den Schiedsrichter und drohte mit dem Abzug der Mannschaft, sollten die Pfiffe nicht verstummen.

Ibarbo versicherte allerdings, dass er das Spielfeld nicht verlassen werde, selbst wenn die Schmährufe anhalten sollten. Daraufhin wurde das Match fortgesetzt.

Cagliari-Generaldirektor sauer

Marroccu sprach nach dem Spiel von "verwerflichen Vorfällen".

Er habe den Schiedsrichter angesprochen, weil die Rufe zu laut geworden seien.

"Aber den Beschluss über den Abbruch des Spiels muss der Schiedsrichter fällen", sagte der Manager von Cagliari.

"Unsere Fans sind keine Rassisten"

Lazio-Präsident Claudio Lotito hielt sich mit Kritik an den eigenen Anhängern zurück.

"Unsere Fans sind keine Rassisten. Wir haben auch einige dunkelhäutige Spieler in unseren Reihen. Wir können nicht jeden einzelnen Fan kontrollieren", sagte Lotito:

"Ich denke, dass die Fan-Gemeinschaft insgesamt bewertet werden muss, und unsere Fangemeinschaft ist intakt. Einige wenige Rassisten können nicht das Gesamtbild beeinflussen."

Juve verliert trotz Führung und Überzahl

Juventus schien am Sonntag bereits auf der Siegerstraße, nachdem Sebastian Giovinco (24./Elfmeter) für die Führung gesorgt und Sampdorias Gaetano Berardi (32.) Gelb-Rot gesehen hatte.

Per Doppelpack drehte dann aber Mauro Icardi (53./69.) das Spiel und sorgte für Juves dritte Saisonniederlage. Der deutsche U-20-Nationalspieler Shkodran Mustafi wurde bei "Samp" nicht eingewechselt.

Merkel auf der Bank

Bei Udines Sieg über Inter saß der neu verpflichtete Junioren-Nationalspieler Alexander Merkel 90 Minuten auf der Bank.

Der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler, der aus der Jugend des VfB Stuttgart stammt und zuletzt für den FC Genua spielte, hatte erst am Samstag einen Fünfjahresvertrag in Udine unterschrieben.

Torjäger Antonio di Natale mit seinen Saisontreffern elf (63.) und zwölf (79.) sowie Muriel (75.) trafen, Inters Juan Jesus sah Gelb-Rot (65.).