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Kaka (l.) traf in dieser Saison bislang elf Mal für den AC Milan © getty

Wenn der AC Mailand am Sonntag zum Derby bei Tabellenführer Inter antritt, ist ein wesentlicher Hoffnungsträger nicht mit dabei.

Von Mathias Frohnapfel

München - Ein Protagonist sitzt beim großen Showdown nur auf der Tribüne: Wenn Inter am Sonntag (ab 20.30 Uhr LIVESCORES ) den Stadtrivalen AC Mailand empfängt, muss Kaka zuschauen.

Den Brasilianer plagt seit dem Ligaspiel gegen Reggina (1:1) eine Fußprellung. Ein "recupero lampo" ("eine Blitzheilung"), auf den die AC-Tifosi sehnlich hofften, scheint ausgeschlossen.

An der Teamsitzung am Donnerstag nahm der Ausnahmespieler erst gar nicht teil.

Dabei wäre die Hilfe Kakas für Milan im Derby so wichtig. Das Team hat bereits acht Punkte Rückstand auf Inter, vor allem gegen vermeintlich kleine, aber wacker verteidigende Teams haben David Beckham, Ronaldinho, Pato und Co alle Mühe.

Jüngstes Beispiel: der vergebene "Dreier" gegen Reggina Calcio am Wochenende.

Selbst der Zauber des zu neuem Glanz erwachten Beckham hilft Milan in der Tabelle nicht weiter. 64464(DIASHOW: Die Beckhams in Mailand)

Flanken ohne Effekt

Die Zeitungen berichten zwar minutiös von Milans hektischen Versuchen, "Becks" bis Anfang März endgültig von Los Angeles Galaxy loszueisen. Andererseits: Effektive Abnehmer für seine Flanken gibt es im Sturmzentrum nicht wie erhofft.

Beckham schwärmt derweil von Tag zu Tag mehr von seinem aktuellen Geldgeber. "Milan hat mir sehr gut getan. In anderthalb Monaten habe ich meine Form um 100 Prozent gesteigert", sagte der Engländer.

Bruce Arena, Trainer der Los Angeles Galaxy, möchte die Angelegenheit mittlerweile schnellstmöglich geklärt wissen - so oder so: "Wir müssen eine Lösung finden. Wenn er gehen würde, würden wir einen großartigen Spieler verlieren. Aber es ist nicht so wie im Basketball, wo einer allein den Unterschied ausmachen kann."

Nerazzurri sind entspannt

Auf Inter-Seite blickt man indes dank der gefestigten Spitzenposition gelassen auf das Duell gegen den Tabellendritten (zur Tabelle) .

Torhüter Julio Cesar durfte unter der Woche noch einen 2:0-Sieg mit Brasilien über Italien zelebrieren. "Ein Sieg würde uns noch weiter Richtung Scudetto bringen, aber Juve ist ja auch noch im Rennen."

Dass Landsmann Kaka bei Milan fehlt, bedauert Cesar. "So eine Ausfall tut jeder Mannschaft weh." Er kennt den spielerischen und finanziellen Wert Kakas, den Manchester City noch im Januar für die unglaubliche Summe von rund 120 Millionen Euro nach England locken wollte.

Die üblichen Sticheleien

Trotz Cesars Kompliment für Kaka: Vorm Derby schwirren auch die üblichen Giftpfeile zwischen den Lagern in Mailand hin und her.

"Bravo Beckham, bravo Pato, bravo Milan - aber wir sind sechs Punkte im Vorteil". So hatte Inter-Trainer Jose Mourinho kürzlich feinsinning gespottet. Mittlerweile beträgt die Differenz schon acht Zähler.

Carlo Ancelotti musste grummelnd Mourinho Recht geben: "Mourinho hat mit Ironie gesprochen und die Wahrheit gesagt. Auch ich denke, dass Milan guten Fußball spielt, aber in der Tabelle nachhinkt."

Seitenhieb gegen Mourinho

Einen Hieb in Richtung des Rivalen mochte sich der AC-Cheftrainer dennoch nicht verkneifen. Im Gegensatz zu Mourinho, ließ er die Zeitung "La Stampa" wissen, kritisiere er nie Spieler öffentlich. "Das schadet dem Team. Es gibt Vorwürfe, die einer Mannschaft gemacht werden müssen, andere den Spielern - aber nie in der Öffentlichkeit."

Im gleichen Interview bekräftigte Ancelotti auch, Milan die Treue halten zu wollen.

"Der einzige Klub, der sich konkret bei mir gemeldet hat, war Chelsea. Im Sommer habe ich Abramowitsch getroffen und ihm gesagt, dass ich nicht aus Mailand weg will. Das Gleiche gilt jetzt: Ich denke nicht daran zu gehen."

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