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Adriano wechselte 2004 für 29 Millionen Euro vom FC Parma zu Inter © getty

Der brasilianische Stürmerstar von Inter Mailand hängt die Stiefel an den Nagel. Nur vorübergehend, wie er versichert.

München - Sieben Tage war Brasiliens Stürmerstar Adriano untergetaucht, hatte wilde Spekulationen angeheizt, ehe er am Donnerstag die Katze aus dem Sack ließ.

"Ich werde eine Auszeit nehmen, weil ich die Lust am Spielen verloren habe", verkündete der Stürmer vom italienischen Meister Inter Mailand in Brasilien.

Nationalcoach Carlos Dunga war einer der ersten, der auf Adrianos Ankündigung reagierte.

"Das Wichtigste ist jetzt, dass Adriano seine Probleme überwindet und wieder glücklich wird. Nur so wird er seine Karriere erfolgreich fortsetzen", meinte Dunga.

Acht Spieltage vor Abschluss der Serie A verabschiedet sich der einst gefeierte Held wohl endgültig von der Bildfläche.

Adriano in Mailand unglücklich

Adrianos Berater Gilmar Rinaldi wird am Montag nach Italien reisen, um mit dem Serie-A-Spitzenreiter über die Situation zu verhandeln.

Der 27-Jährige hat bei Inter noch einen Vertrag bis Mitte 2010, den er aber nicht erfüllen will.

"Nach Italien möchte ich am liebsten nicht zurück", bekannte Adriano, weil er sich in der Stadt Mailand unglücklich fühle.

Er wolle erst einmal seine Freunde treffen, barfuß in Bermudas herumlaufen und all das machen, was ihm früher gefallen habe.

Inter-Star für Disziplinlosigkeiten bekannt

"Ich möchte wieder der Adriano sein, der gerne Späße macht und lacht", erzählte der Brasilianer, der die Selecao jeweils als bester Turnier-Torschütze zu den Titeln bei der Copa America 2004 und dem Konföderationen-Cup 2005 in Deutschland geschossen hatte.

Vor allem nach dem frühen Tod seines Vaters 2006 hatte Adriano aber auch mit wilden Partys und Disziplinproblemen Schlagzeilen geliefert. Die Kritik an seinem Lebensstil ging ihm zudem an die Nerven.

Dies sei ein Umstand, der ihm seit seinem Profidebüt mit 18 Jahren zu schaffen mache, bekannte er.

Drogen kein Thema

Auch die Gerüchte der letzten Tage über Drogenkonsum und Alkoholabhängigkeit haben ihn sauer gemacht. "Wenn das alles wahr wäre, würde ich nicht Fußball spielen", maulte Adriano mit dem Hinweis auf seine nie positiv ausgefallenen Dopingproben.

Der in der Favela Vila Cruzeiro groß gewordene Fußballstar gab zu Bedenken:

"Ich habe dort so viel gesehen, dass das Letzte, was ich im Leben nehmen würde, Drogen wären."

Adriano gestand aber ein, dass er mit seinem zunächst spurlosen Abtauchen nach dem WM-Qualifikationsspiel der Brasilianer gegen Peru (3:0) am Mittwoch vor einer Woche einen Fehler begannen habe. Er habe für sich aber keinen anderen Ausweg mehr gesehen.

Fünfte Geldstrafe dieser Saison droht

"Ich bin an meine Grenzen gestoßen, konnte mich nicht mehr auf Fußball konzentrieren", lamentierte der bullige Angreifer, der eine Geldstrafe von Inter - die dann fünfte in dieser Saison - klaglos akzeptieren würde.

Dennoch setzt Adriano bei den Lombarden auf Verständnis, da Trainer Jose Mourinho bereits gewusst habe, welche schwierige Phase er durchschreite.

Der Portugiese hatte schon vor Tagen angedeutet, dass "er sich um den Menschen Adriano Sorgen mache, nicht um den Spieler".

Karriere soll weitergehen

Ein endgültiges Karriereende schloss Adriano aus.

"Darüber habe ich nachgedacht, aber ich brauche nur etwas Abstand vom Fußball, um über mein Leben nachzudenken", erklärte der 47-malige Nationalspieler.

Er möchte in den nächsten "ein, zwei, drei Monaten in Brasilien in Frieden leben, bis die Begeisterung wieder zurückkommt".

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