Im italienischen Fußball eskaliert der Streit zwischen der Fußball-Liga und den Topvereinen um die Verteilung der TV-Gelder.

Die fünf Spitzenklubs der Serie A - Inter Mailand, AC Mailand, Juventus Turin, AS Rom und SSC Neapel - drohen jetzt sogar mit einem Boykott der Liga, sollte es zu keiner Einigung kommen. Die fünf Klubs drohen, künftig nur noch Spieler untereinander zu tauschen und keine Geschäfte mehr mit den kleineren Vereinen zu machen. Damit würden sie den Provinzklubs den Geldhahn zudrehen, erklärte Inters Geschäftsführer Ernesto Paolillo am Samstag in italienischen Medien.

Die Liga hatte beschlossen, die TV-Gelder anhand der Fan-Anzahl pro Klub zu verteilen. Zur Feststellung der Zahlen wurden einige Meinungsforschungsinstitute beauftragt. Gegen dieses Vorgehen hatte die Top-5 Einspruch beim Nationalen Olympischen Komitee CONI eingelegt.

Die Rechtsinstanz bezeichnete den Widerspruch als rechtskonform, der Liga-Beschluss wird daher außer Kraft gesetzt. Die Serie A beharrt jedoch auf ihrer Position und sorgte damit für den heftigen Protest aus Turin.

"Unser Ausstieg aus der Liga ist nicht auszuschließen. Die fünf größten italienischen Klubs repräsentieren 75 Prozent der Fans und investieren am meisten. Die Vereine, die investieren, entscheiden über die Zukunft des Fußballs und müssen respektiert werden", sagte Juve-Präsident Andrea Agnelli.

Sollten die Klubs ihre Drohung umsetzen, wäre auch der Transfer des ghanaischen Nationalspielers Kevin-Prince Boateng vom FC Genua zu Milan gefährdet. Der Meister will sieben Millionen Euro für den 24-Jährigen zahlen, der bisher nur ausgeliehen war.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel