Nach der spanischen Fußballliga droht auch der italienischen Serie A zum Saisonauftakt an diesem Wochenende ein Streik.

Die italienischen Erstligaklubs haben am Mittwoch mit großer Mehrheit den Rahmenvertrag abgelehnt, den die Spielergewerkschaft AIC vorgelegt hatte. Dies berichtete Liga-Präsident Maurizio Beretta nach einem Treffen der Klubpräsidenten in Rom.

"Ich bin sprachlos und besorgt. Wir werden ohne Vertrag die Meisterschaft nicht beginnen", kommentierte der Chef der Gewerkschaft, Damiano Tommasi. Die von der Liga eingereichten Änderungsvorschläge seien unannehmbar.

Pessimistisch zeigte sich auch Verbandspräsident Giancarlo Abete, der zwischen Klubs und Profis vermittelt hatte. "Die Fronten sind verhärtet, es ist schwierig, optimistisch zu sein. Wir werden jedenfalls noch alles tun, um eine Lösung zu finden", sagte Abete.

Am Donnerstag tagt der Fußballverband, bei der Sitzung soll ein Weg aus der Krise gefunden werden.

Die Spielergewerkschaft macht den Meisterschaftsbeginn von der Unterzeichnung des Rahmenvertrags durch die Liga abhängig. Der AIC hat den neuen Vertrag bereits unterzeichnet. Der Vertrag war bereits vor mehr als einem halben Jahr ausgehandelt worden.

Schon in der vergangenen Saison hatten die Profis wegen des Streits um den 2010 ausgelaufenen Spielervertrag bereits zweimal Streiks ausgerufen, die jedoch nach Verhandlungen mit der Liga dann abgesagt worden waren.

Die Vereine wollen Fußballer künftig auch gegen deren Willen an sportlich gleichwertig eingeschätzte Vereine abgeben und Spieler vom Training ausschließen dürfen.

Zudem wollen die Klubs, dass die sogenannte Solidaritätssteuer für Besserverdiener, die die Regierung Berlusconi im Rahmen des milliardenschweren Sparpakets zur Eindämmung der Staatsschulden erlassen hat, von den Spielern und nicht von den Vereinen gezahlt wird.

Die Steuer liegt für Italiener mit einem Jahreseinkommen über 90.000 Euro bei fünf Prozent. Bei einem Einkommen über 150.000 Euro werden zehn Prozent fällig.

Um einen Streik der italienischen Profis zu Beginn der Meisterschaft zu verhindern, hat sich der Präsident des italienischen Fußballverbandes FIGC, Giancarlo Abete, persönlich als Vermittler zwischen den Spielern und der Serie A eingesetzt. Die Spielergewerkschaft zeigt sich jedoch unnachgiebig.

"Ohne den Rahmenvertrag spielen wir nicht. Der Vertrag, der schon seit einem Jahr abgelaufen ist, muss unterzeichnet werden. Damit signalisieren die Serie-A-Klubs ihren Willen, für die Entwicklung des italienischen Fußballs zu arbeiten", sagte AIC-Präsident Damiano Tommasi.

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