Nachdem die italienischen Profifußballer den ersten Streik seit 15 Jahren ausgerufen haben, gehen einige Vereinspräsidenten auf Distanz zur Liga, die den Kompromissvorschlag der Spielergewerkschaft AIC für einen Übergangsvertrag in der kommenden Saison abgelehnt hatte.

"Liga-Chef (Maurizio) Beretta hat sich bei diesen Verhandlungen als unfähig erwiesen. Für mich ist er nicht mehr unser Präsident", sagte der Chef des Erstligisten US Cagliari, Massimo Cellino.

Auch der Chef des SSC Neapel, Aurelio De Laurentiis, sparte nicht mit Kritik an der Liga. "Wir hätten über einen Übergangsvertrag verhandeln sollen. Es hat am Willen zum Dialog gefehlt", äußerte De Laurentiis.

Die Fronten sind verhärtet und der italienische Verbandschef Gianluigi Abete befürchtet, dass es sogar zu einem längeren Streik kommen könnte.

Der Meisterschaftsbeginn könnte um weitere Spieltage verschoben werden, sollten die Parteien keine Kompromissbereitschaft zeigen.

AC Mailands Geschäftsführer Adriano Galliani rief die Profifußballer auf, ohne Rahmenvertrag die Meisterschaft zu beginnen.

"Wir können dann im Laufe der nächsten Monate über einen neuen Rahmenvertrag verhandeln, der auch tiefgreifende Reformen im Fußball beinhalten kann", kommentierte Galliani.

Der Präsident des AC Florenz, Diego Della Valle, sprach sich für die Gründung einer Aufsichtsbehörde für den Fußball aus.

"Der italienische Fußball ist krank. Wir brauchen ein autonomes Führungsgremium, das unabhängig von Fußballern und Klubs agiert. Wir brauchen eine Behörde, die klare Regeln einführt, die von allen respektiert werden", so Della Valle.

Bis zur zweiten Runde am 10. September bleiben zwei Wochen. Dazwischen werden die Nationalspieler zwei Länderspiele bestreiten.

Am kommenden Donnerstag ist eine Tagung der Serie-A-Klubs geplant, die sich für den Meisterschaftsstart als entscheidend erweisen könnte.

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