Mit Entsetzen haben die italienischen Medien auf den Rassismus-Skandal um Kevin-Prince Boateng reagiert. Die "Gazzetta dello Sport" nannte die Vorkommnisse im Testspiel beim Viertligisten Pro Patria eine "rassistische Schande".

Die Pressestimmen aus Italien:

"Gazzetta dello Sport": "Rassistische Schande. Wir sind alle Boateng! Wir beneiden ihm nicht das Talent, den Ruhm, das Gehalt oder die schöne Freundin: Seine Geste, seine Revolte gehören uns allen. Wir sind schwarz wie er, schwarz im Gesicht, in der Seele, schwarz vor Wut wegen einer riesigen Beleidigung gegen die Vernunft und das zivile Verhalten."

"Corriere dello Sport": "Ein großer Klub, eine große Lehre. AC Milan ist nicht nur der italienische Klub, der auf internationalem Gebiet am meisten gewonnen hat. Er ist jetzt auch der erste Klub Italiens, der auf dem Spielfeld eine Gruppe von rassistischen Idioten besiegt hat. Milan ist ein großer Verein und er hat es auch bewiesen, indem er gestern seinen Spieler Boateng vor rassistischen Beleidigungen in Schutz genommen hat."

"Tuttosport": "Der AC Milan verdient größtes Lob. Der Klub zeigt, dass man keine Aggressionen, nicht einmal verbale, seitens von Personen tolerieren darf, die sich in der Gruppe stark machen, um ihre unakzeptablen Meinungen auszudrücken. Der Beschluss Milans, das Spiel abzubrechen, ist vorbildhaft."

"Repubblica": "Das ist ein Rekord der Schande, der uns bisher noch fehlte. Rassismus wächst in Italien und in Europa. Jetzt hat der AC Mailand auf eine Weise reagiert, die vorbildhaft ist."

"La Stampa": "Jetzt ist keine Rückkehr mehr möglich. Jetzt gibt es kein Alibi mehr für Klubs, die sich in der Meisterschaft aus Angst, oder aus Bequemlichkeit bei rassistischen Schmährufen taub stellen. Von jetzt an kann man nicht mehr so tun, als würde es Rassismus im Fußball nicht geben."

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