Nach den Beleidigungen gegen Kevin-Prince Boateng und andere dunkelhäutige Spieler des AC Mailand hat die Polizei der norditalienischen Stadt Varese Ermittlungen gegen fünf Personen aufgenommen.

Sie konnten mit Hilfe von Videoaufnahmen identifiziert werden. Ein Täter hatte bereits am Freitag gestanden, den ehemaligen Bundesligaprofi beleidigt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft von Busto Arsizio eröffnete am Freitag ein Verfahren gegen eine Fangruppierung.

Der Vorwurf laute Aufhetzung zu rassistischem Hass, erklärte Staatsanwalt Mirko Monti. Unter anderem droht den Tätern eine fünfjährige Stadionsperre.

Der Präsident des italienischen Fußballverbanden FIGC, Giancarlo Abete, bat derweil um ein Treffen mit Italiens Polizeichef Antonio Manganelli, um Maßnahmen gegen Rassismus in den Stadien zu besprechen.

Abete will außerdem die Zusammenarbeit zwischen Klubs und Sicherheitskräften gegen Gewalt in den Stadien verstärken.

Vor und während des Testspiels beim Viertligisten Pro Patria hatten Fans des Viertligisten Boateng und weitere dunkelhäutige Milan-Spieler rassistisch mit Affen-Lauten beleidigt.

Daraufhin unterbrach Boateng in der 26. Minute das Spiel, schoss den Ball in Richtung der Zuschauer und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten Boateng, das Spiel wurde anschließend abgebrochen.