Trainer Christoph Daum hat einen Medizincheck erfolgreich absolviert und damit eine mögliche Entlassung wegen gesundheitlicher Probleme beim türkischen Rekordmeister Fenerbahce Istanbul abgewendet.

"Bei mir wurden Blut und Urin abgenommen, Röntgen-Ultraschallbilder gemacht. Die Werte sind alle in Ordnung. Ich bin kerngesund", sagte der 56 Jahre alte Coach dem "Express".

Daum hatte für die Untersuchung nicht das vereinsnahe Krankenhaus Acibadem aufgesucht, sondern ein Ärzteteam, bei dem auch seine Frau Angelica in Behandlung ist. In der türkischen Presse wurde dieses Vorgehen als `taktischer Schachzug im kalten Krieg" gewertet. Ein Drogentest wurde bei der Untersuchung nicht durchgeführt.

"Er ist fit, er ist gesund. Es gibt nichts, das ihn daran hindern könnte, als Trainer zu arbeiten", sagte Professor Serdar Dag, bei dem Daum die vertraglich vorgeschriebene Untersuchung durchführen ließ. Zuletzt war in der Türkei spekuliert worden, dass Fenerbahce Daum wegen gesundheitlicher Probleme entlassen und so die Abfindung in Höhe von rund sieben Millionen Euro sparen wolle.

In diesem Falle müsste der Klub lediglich das Gehalt für sechs Wochen weiterzahlen.

Fenerbahce versucht offenbar mit allen Mitteln, Daum zu entlassen oder zu einem Rücktritt zu bewegen. Jüngst wurden Co-Trainer Ayhan Tumani, Torwarttrainer Holger Gehrke sowie Trainer-Sohn und Computeranalyst Marcel Daum entlassen. Lediglich Daums langjähriger Co-Trainer Roland Koch darf bleiben.

Außerdem muss der frühere Meistertrainer des VfB Stuttgart nun täglich von 9 bis 18 Uhr auf dem Vereinsgelände anwesend sein. "Es gibt immer etwas Neues. Ich werde mich korrekt verhalten", sagte Daum, der Gerüchte über Handgreiflichkeiten mit Präsident Aziz Yildirim auf der jüngsten Krisensitzung nicht kommentieren wollte.

Bei den Fenerbahce-Fans hat Daum nach der verpassten Meisterschaft offenbar an Kredit eingebüßt. 55 Prozent sprachen sich für eine Trennung aus.

Türkische Medien wollten am Sonntagabend erfahren haben, dass der Druck für Daum inzwischen offenbar doch zu groß geworden ist.

Angeblich soll es am Montag in Istanbul ein Gespräch der Vereinsführung mit Daum und dessen Anwälten geben. Am Bosporus wird deshalb nicht ausgeschlossen, dass der Trainer möglicherweise schon am Montag das Handtuch werfen könnte.

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