Der sittenwidrig erscheinende Gesellschaftervertrag des Organisationskomitees für die Fußball-WM 2014 (COL) in Brasilien und die schillernde Rolle von Verbandsboss Ricardo Teixeira sorgen am Zuckerhut für Aufruhr.

Die Staatsanwaltschaft arbeitet nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" wegen der anrüchigen COL-Struktur und der finanziellen Auswirkungen ebenso an einem Untersuchungsverfahren wie der parlamentarische Handelsausschuss.

Laut des im Sportmagazin "Lance" veröffentlichten COL-Vertrags fungieren der nationale Verband CBF als 99,99-prozentiger Gesellschafter und CBF-Chef Teixeira als Halter des verbleibenden Minderheitenanteils von 0,01 Prozent.

Die Kritik im Land des Rekordweltmeisters entzündet sich an der Sonderstellung für Teixeira bei der Verteilung etwaiger Gewinne: Ein Plus nach WM-Ende (2006 in Deutschland betrug der Gewinn laut Weltverband FIFA 256 Millionen Euro) würde ungeachtet der Besitzverhältnisse jeweils zur Hälfte an beide Gesellschafter gehen, mögliche Verluste jedoch sollen den dokumentierten Anteilen entsprechend und damit praktisch komplett vom CBF getragen werden.

Teixeira, Schwiegersohn des früheren FIFA-Bosses Joao Havelange und in den vergangenen Jahren mehrfach wegen dubioser Geschäfte im Verdacht der Korruption, äußert sich zur Kritik an dem COL-Vertrag bislang nicht.

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