Kaum hatten FIFA-Boss Joseph S. Blatter und IOC-Präsident Jacques Rogge zumindest für die Öffentlichkeit die Friedenspfeife geraucht, da kam schon das nächste Donnergrollen vom Olymp.

Gian Franco Kasper, mächtiger Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS und IOC-Mitglied, griff Blatter im Zuge der Diskussionen um die WM-Vergabe 2022 nach Katar und dessen Befürwortung einer möglichen "Winter-WM" scharf an.

"Typisch Blatter! Er hat mit uns noch nie über seine Idee gesprochen. Die FIFA hat eine Mentalität, sich um nichts anderes als sich zu kümmern. Mit dieser rücksichtslosen Haltung schadet die FIFA dem gesamten Sport", sagte Kasper in einem Interview der Schweizer Zeitung "Blick".

Grundsätzlich sei jeder internationale Verband in seiner Terminplanung frei, betonte Kasper. Aber die parallele Veranstaltung der zwei größten Sportevents würde viele Schwierigkeiten bringen: "Das Hauptproblem wäre die sportliche Überdosis für das Publikum, denn andere Veranstaltungen finden in dieser Zeit ja auch noch statt."

Besondere Probleme sieht Kasper auf das Fernsehen zukommen: "Genügend Manpower und die gigantische technische Infrastruktur für beide Großanlässe innerhalb so kurzer Zeit stehen dafür bei keinem Sender der Welt bereit."

Im Interesse des Sports hofft Kasper auf vermittelnde Gespräche in naher Zukunft: "Im März treffen sich alle internationalen Sportverbände von Winter und Sommer - ausgerechnet in Doha.

Dabei wird die drohende Terminkollision sicher ein Thema. Viele Verbände und viele Nationen haben für die Fußball-Idee wenig Sympathie."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel