Die japanische J-League hat nach dem verheerenden Erdbeben und der drohenden atomaren Katastrophe alle 41 Spiele im März abgesagt, nun stehen auch die Heim-Länderspiele von Asienmeister Japan auf der Kippe.

Zwar hatte der japanische Verband JFA noch am Sonntag für die Austragung der Begegnungen mit Montenegro am 25. März im südwestlich der Hauptstadt Tokio gelegenen Shizuoka sowie vier Tage später in Tokio gegen Neuseeland plädiert, die neuesten Entwicklungen in den Atomkraftwerken scheint aber zu einem Umdenken geführt haben.

"Am Sonntag bin ich noch davon ausgegangen, dass sich die Dinge bis Montag normalisieren werden, aber mittlerweile haben wir anderslautende Informationen. Und am Dienstag könnte schon wieder alles ganz anders sein. Wir wollen unsere Entscheidungen definitiv aber nicht anhand von Gerüchten treffen", sagte JFA-Generalsekretär Kozo Tashima und erklärte, dass sich der Verband "alle Optionen" offenhält.

Sorgen bereitet insbesondere auch die Stromversorgung. Unklar ist derzeit auch, wie die Fans der japanischen Nationalmannschaft überhaupt nach Shizuoka kommen sollen, wenn weiter keine Züge fahren. "Wir müssen alle Faktoren in Betracht ziehen. Wir müssen schauen, ob die Fans nach Shizuoka und wieder zurückkommen", sagte Tashima.

Unterdessen erklärte die J-League, dass je nach Gefahrenlage auch im April noch Spiele abgesagt werden könnten.

Der japanische Nationaltrainer Alberto Zaccheroni ist vorübergehend in seine italienische Heimat zurückgekehrt. Auch Zaccheronis italienisches Assistenten-Quartett reiste auf den Apennin zurück.

Zaccheroni, der die Japaner zu Jahresbeginn in Katar zum Gewinn der Asienmeisterschaft geführt hatte, begründete seine Abreise mit den Sorgen seiner Familie und der Angehörigen seiner Co-Trainer.

Ob der Coach bis zur angekündigten Nominierung des Kaders für die Länderspiele am 25. März gegen Montenegro und vier Tage später gegen Neuseeland am kommenden Donnerstag wieder nach Asien fliegt, blieb zunächst offen.

Zumindest soll die Nationalmannschaft Japans aber der Einladung zur Copa America in Argentinien folgen.

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