Freibriefe statt Kampfabstimmung: Während FIFA-Boss Joseph S. Blatter in den kommenden Wochen einen heiklen Machtkampf gegen seinen Herausforderer Mohamed Bin-Hammam führen muss, werden UEFA-Chef Michel Platini und DFB-Präsident Theo Zwanziger am Dienstag beim 35. Kongress der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in Paris völlig geräuschlos gewählt.

Platini geht ohne Gegenkandidat in seine zweite Amtszeit als UEFA-Präsident, Zwanziger in seine erste als Mitglied des 24-köpfigen FIFA-Exekutivkomitees.

Zwanziger wird damit Nachfolger von "Kaiser" Franz Beckenbauer und neuer "Außenminister" des deutschen Fußballs. "Wir als DFB wollen der FIFA etwas von dem zurückgeben, was sie uns mit der WM 2006 und der Frauen-WM 2011 geschenkt hat. Es ist sicher auch ein Ergebnis der WM 2006, dass der DFB in Europa und darüber hinaus sehr viel Anerkennung genießt", sagte Zwanziger.

Der 65 Jahre alte Jurist aus Altendiez ist der einzige europäische Kandidat für den Posten.

Im Mittelpunkt steht beim UEFA-Kongress jedoch die Wiederwahl von Platini, der sich in den ersten vier Jahren als wichtigster Fußball-Funktionär in Europa auch auf politischer Ebene etablieren konnte.

Der Franzose war im Jahr 2007 in Düsseldorf als Nachfolger des Schweden Lennart Johansson zum UEFA-Präsidenten gewählt worden. Der Europameister von 1984 steht vor allem für das ab der kommenden Saison in den europäischen Klubwettbewerben greifende Financial Fair Play.

"Platini war nicht nur ein großer Fußballer, er hat sich auch als UEFA-Boss hohe Anerkennung erarbeitet. Unter einem UEFA-Präsidenten Platini fühlt sich der DFB sehr wohl. Gerade beim schwierigen Thema Financial Fair Play ist sein Mut bewundernswert. Trotz unterschiedlicher Interessen und auch kritischer Stimmen aus England oder Spanien hat er das durchgesetzt", sagte Zwanziger.

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