Der niederländische Ehrendivisionär ADO Den Haag hat seinen Spieler Lex Immers für dessen antisemitischen Ausfälle nach dem Sieg im Heimspiel gegen Ajax Amsterdam (3:2) mit der Vereinshöchststrafe belegt.

Der Mittelfeldspieler muss zehn Prozent seines Monatsgehalts in die Klubkasse zahlen. Die Höhe der Summe ist nicht bekannt.

Nach dem überraschenden zweiten Saisonerfolg über den Rekordmeister, ADO hatte auch das Auswärtsspiel in Amsterdam gewonnen, hatte Immers bei einer Siegesfete im Klubheim der ADO-Fans die Stimmung angeheizt.

"Wir gehen auf Judenjagd", wiederholte er solange, bis der ganze Saal mit einstimmte. Dabei stand der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler auf der Theke mit ADO-Stürmer Charlton Vicento, ADO-Chefcoach John van den Brom und Trainerassistent Maurice Steijn.

Auf den Zwischenfall reagierte der niederländische Fußballverband KNVB. Vicento flog aus der U21-Oranje-Auswahl, die am Freitag ein Länderspiel gegen Deutschland bestreitet.

Gegen Immers leitete der KNVB ein Disziplinarverfahren ein und schließt eine Sperre nicht aus.

Der Spieler entschuldigte sich öffentlich und auf der ADO-Internetseite. Er habe sich in der Euphorie nach dem Sieg gehen lassen und bedaure sein Verhalten, sagte Immers.

Durch einen mit einem Mobiltelefon aufgenommenen Video war der Vorfall bekannt geworden. Der Film ist im Internet zu sehen.

Der harte Kern der Anhänger von Ajax Amsterdam bezeichnet sich seit vielen Jahren selbst als "Judenklub".

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