Die jüngsten Gewaltausbrüche in der EM-Qualifikation stellen in den Augen der UEFA ein ernsthaftes Problem für Co-Gastgeber Polen dar.

"Sie wissen, dass sie ein Problem haben - ein großes Image-Problem", sagte der hochrangige UEFA-Offizielle Martin Kallen, der Direktor der EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine, am Mittwoch auf der Soccerex-Konferenz in London.

"Wir sind wegen des Hooliganismus' besorgt, aber die polnische Regierung auch."

200 Randalierer aus Polen hatten am vergangenen Freitag nach der 0:2-Niederlage ihrer Mannschaft im Länderspiel in Litauen für schwere Krawalle gesorgt. Erst ein Großaufgebot der Polizei konnte die Ausschreitungen unterbinden.

In Kaunas waren zwölf polnische Randalierer inhaftiert worden, ein litauischer Polizist hatte ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Die Krawalle von Kaunas werfen Fragen nach den Sicherheitsvorkehrungen im EM-Gastgeberland bei der EURO 2012 auf.

"Es war kein schönes Bild, zu sehen, was am vergangenen Freitag in einem Stadion passiert ist", sagte Kallen, der sich angesichts der Bemühung des Co-Gastgebers aber auch vorsichtig optimistisch gab: "Sie nehmen dieses Problem ernst und werden im nächsten Monat Schritte in die Wege leiten."

Kallen sieht das Hooligan-Problem in Polen vor allem auf Klub-Ebene. "Zur EURO werden andere Zuschauer kommen, es werden mehr Familien sein. Die EURO ist eine Party. Die neuen Gesetze erlauben uns, noch präziser gegen Hooligans vorzugehen. Um sicher zu gehen, dass nicht 500 Menschen ein Event für Millionen zerstören können, wird es null Toleranz geben", sagte er.

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