Erneut sorgen Berichte über zweifelhafte Praktiken von FIFA-Funktionären für Aufsehen.

FIFA-Vizepräsident Jack Warner soll Englands Bewerbungskomitee im Herbst 2009 ein Jahr vor der Vergabe der WM-Endrunde 2018 zur Finanzierung eines Erziehungszentrums in seinem Heimatland Trinidad und Tobago aufgefordert haben.

Das berichtet die Londoner Tageszeitung "The Times" und beruft sich dabei auf Erinnerungen von Englands damaligem Bewerbungschef David Triesman und seines Vertreters David Richards an entsprechende Aussagen Warners.

Dem Blatt zufolge soll bei der Unterredung unausgesprochen der Eindruck enstanden sein, dass Warner im Falle der Finanzierungszusage als Boss des Kontinentalverbandes CONCACAF (Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik) seinen Einfluss zugunsten der Briten geltend machen wollte.

"Er hat nicht gesagt: 'Tut dies, und ich stimme für Euch.' Aber das war immer in meinem Hinterkopf. Was er sagte, war, dass England dieses Zentrum als Hinterlassenschaft für die ganze Welt errichten sollte, dass Trinidad und Tobago ein solches Zentrum wolle und er das für die Kinder in Trinidad und Tobago wolle". berichtet Richards.

Und weiter: "Ich signalisierte Triesman direkt, dass wir uns nicht darauf einlassen sollten."

England war im vergangenen Dezember mit seiner Kandidatur für 2018 kläglich gescheitert.

Der CONCACAF-Boss wies die Behauptungen der Engländer postwendend zurück. "Ich weiß nicht, wovon da gesprochen wird. Warum sollte ich einen David Freestone oder sonstwen um den Bau von Büros oder sonstwas in meinem Land fragen? Warum sollte ich? Das macht doch keinen Sinn", sagte Warner.

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