Der niederländische Fußballverband KNVB verzichtet auf Ermittlungen gegen den in Amsterdam lebenden dänischen Spielervermittler Sören Lerby und erntet dafür Kritik aus der Politik.

Der ehemalige Trainer und Spieler des deutschen Rekordmeisters Bayern München steht unter dem Verdacht, mit mehreren noch nicht 16 Jahre alten Jugendspielern Verträge abgeschlossen zu haben.

Nach niederländischem Recht und den KNVB-Regeln ist das verboten. Einem Bericht des "NRC Handelsblad" zufolge hat der KNVB keine Möglichkeit, Lerby zu bestrafen, weil der 53-Jährige mit einer belgischen Lizenz arbeitet. Nach Ansicht des KNVB fällt Lerby deshalb nicht unter das niederländische Verbandsrecht.

Im niederländischen Parlament wurde die KNVB-Reaktion kritisiert. Die für den Sport zuständige Gesundheitsministerin Edith Schippers wurde aufgefordert, gesetzliche Maßnahmen gegen den Missbrauch von jungen Talenten zu ergreifen.

"Nach niederländischem Recht müssen Maßnahmen möglich sein. Diese Arbeitsmethoden müssen beendet werden", sagte der sozialdemokratische Parlamentsabgeordnete Tjeerd van Dekken.

Nach niederländischem Arbeitsrecht dürfen Jugendliche bis zu 16 Jahren keine vertraglich fixierten Tätigkeiten verrichten.

Der Fall war durch eine Anzeige von Feyenoord Rotterdam beim KNVB ins Rollen gekommen. Lerby soll dem jungen Feyenoord-Spieler Karim Rekik vor dessen 16. Geburtstag einen Vertrag angeboten haben.

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