Auch der schwedische Fußball hat seinen "Fall St. Pauli": Am Ostermontag musste das Erstligaspiel zwischen dem FC Syrianska Södertälje und AIK Solna nach 20 Minuten abgebrochen werden, weil Fans beider Mannschaften Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geworfen und dabei auch einen Schiedsrichter-Assistenten getroffen hatten.

Einer der Knallkörper traf Linienrichter Daniel Wärnmark am Kopf und explodierte in unmittelbarer Nähe, sodass Wärnmark mit einem Summen im Ohr ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Das Opfer ist mittlerweile wieder weitgehend wohl auf, klagt aber weiter über ein Summen. Außerdem erlitt ein 14 Jahre alter Balljunge, der ebenfalls getroffen wurde, Brandmale am Bein.

Zu den Ausschreitungen war es gekommen, als Gästespieler Teteh Bangura beim Stand von 1:0 für Syrianska des Feldes verwiesen wurde. Aus welchem Block der Feuerwerkskörper geflogen kam, der Wärnmark traf, ist noch unklar. Deshalb ist auch noch ungewiss, wie das Strafmaß ausfällt.

Zunächst müssen beide Vereine fürchten, dass das Spiel 0:3 gegen sie gewertet wird. Außerdem droht eine Geldstrafe, der Abzug von bis zu sechs Punkten sowie eine Platzsperre oder ein Heimspiel vor Geisterkulisse.

Sollte der oder sollten die Übeltäter identifiziert werden, droht ihm/ihnen laut schwedischen Medienberichten eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren. "Heute hat der Pöbel gewonnen", sagte Syrianska-Trainer Özcan Melkemichel.

Der FC St. Pauli war vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach einer Attacke eines Fans auf Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner mit einem vollen Bierbecher zunächst zu einem Geisterspiel verurteilt worden. Später änderte der DFB sein Urteil, St. Pauli erhielt eine Platzsperre für ein Heimspiel der kommenden Saison.

In Schweden kam es indes an Ostern auch beim Drittligaspiel zwischen Motala AIF und Örgryte IS zu Krawallen mit Feuerwerkskörpern. Dabei fing ein Teil der Gästetribüne Feuer, verletzt wurde aber offenbar niemand.

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