Jens Lehmann würde wohl wenig erfreut sein: Einst in Hannover das Opfer eines Streiches eines 14 Jahre alten Balljungens, dürfte der ehemalige Fußball-Nationaltorwart aktuell mit viel Unmut nach Spanien blicken.

Denn in der Primera Division sorgen derzeit gleich in mehreren Stadien die Balljungen durch gezielte Störmanöver für Aufsehen.

"Es ist ein unmögliches Verhalten. Das muss man ausrotten", forderte Sevillas Klubpräsident Jose Maria del Nido beim Fernsehsender "Canal+": "Das ist unsportlich, der Verband muss Maßnahmen ergreifen und Sanktionen verhängen."

In mehreren spanischen Stadien hatten Balljungen in letzter Zeit während der Spiele mehrfach zusätzliche Bälle auf den Rasen geworfen, um so in der Schlussphase das Spiel der Auswärtsmannschaft zu unterbrechen. Vor der Partie des FC Sevilla gegen den FC Villarreal waren bereits die Begegnungen CA Osasuna gegen Real Madrid, Real Saragossa gegen UD Almeria und Saragossa gegen den FC Getafe betroffen.

Sevilla, Saragossa und Osasuna wurden für das Fehlverhalten ihrer Balljungen zu Geldstrafe in Höhe von je 602 Euro verurteilt.

Lehmann war im Oktober 2009 beim Auswärtsspiel mit dem VfB Stuttgart bei Hannover 96 von einem damals 14-Jährigen vorgeführt worden, als der 96-Balljunge Lehmann den Ball über den Kopf, statt in die Arme des Torhüters warf.

"Jetzt gehe ich nach Hause und muss meine Kinder erziehen, damit wenigstens die korrekt werden", hatte Lehmann damals nach dem Vorfall geschimpft: "Mit so etwas muss man in der Bundesliga aber wohl leben. Das ist typisch für unsere Kultur - betrügen."

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