Die Rassismus-Vorwürfe im französischen Fußball sorgen weiter für Wirbel: Seit Montag laufen nach Angaben des Parlamentariers Patrick Braouezec zwei seperate Untersuchungen, die sich mit der geplanten Quote für französische Nationalspieler mit doppelter Nationalität befassen.

In der kommenden Woche wollen Frankreichs Sportministerin Chantal Jouanno und der französische Fußball-Verband (FFF) die Ergebnisse vortragen. Befragt zu der harsch krisierten Quoten-Idee wird unter anderem auch Nationalcoach Laurent Blanc.

Zuletzt hatte das Internetportal "Mediapart" gemeldet, dass der Verband offenbar die Einführung einer Quote für schwarze und arabische Spieler plane. Am Samstag veröffentlichte die Online-Zeitung zudem den wörtlichen Bericht eines Treffens zwischen Blanc, dem mittlerweile suspendierten technischen Direktor Francois Blaquart und zwei Jugendtrainern des Verbandes.

Ein Diskussionspunkt des Treffens sollen Spieler mit doppelter Nationalität gewesen sein, die trotz der Ausbildung in Frankreich für die Auswahl ihres Herkunftslandes spielen könnten.

Blaquart bestätigte inzwischen diese Berichte. "Alle Worte sind wahr. 45 Prozent unserer Spieler in den Nationalteams der verschiedenen Altersklassen haben die Möglichkeit, uns zu verlassen. Diese Zahl wollten wir reduzieren."

Zwar werde der Verband weiterhin "die Motivationen solcher Spieler sehr aufmerksam beobachten", der Plan von der Einführung einer Quote für diese Spieler sei aber verworfen. "Wir wollten dieser Situation eine Grenze setzen, um Gefahren zu vermeiden. Sobald wir aber gemerkt haben, dass dies keine gute Lösung ist, haben wir die Idee verworfen."

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