Die Rassismus-Debatte im französischen Fußball erreichte am Montagnachmittag durch ein Kreuzverhör von Nationaltrainer Laurent Blanc durch den Nationalverband FFF und das Sportministerium einen vorläufigen Höhepunkt.

Der Kapitän der französischen Weltmeister-Elf von 1998 sollte vor dem Gremium die Hintergründe der öffentlich gewordenen Erwägungen für eine Quote bei der Förderung von Talenten aus arabischen und afrikanischen Einwanderer-Familien erläutern.

Blancs Vernehmung fand im Großraum Paris an einem geheimen Ort statt. Für Montagabend war in der Affäre außerdem die Übergabe eines Untersuchungsberichtes an Sportministerin Chantal Jouanno angekündigt.

Die Vorwürfe gegen Blanc, über den am vergangenen Wochenende bereits Rücktritts-Gerüchte kursierten, haben in den vorherigen Tagen die französische Fußball-Prominenz gespalten.

Frankreichs Idol Zinedine Zidane schloss ebenso wie beispielsweise Weltmeister-Trainer Aime Jacquet und Superstar Franck Ribery vom deutschen Rekordmeister Bayern München eine fremdenfeindliche Gesinnung des WM-Teilnehmers von 1998 aus.

Lilian Thuram allerdings, ebenfalls vor 13 Jahren an der Seite Blancs Weltmeister, forderte wegen der Vorgänge den Rücktritt des einstigen Weltklasse-Abwehrspielers.

FFF-Direktor Francois Blaquart, der im vergangenen November zu den Teilnehmern an der Sitzung der Verbandsspitze mit dem pikanten Tagesordnungspunkt gehört hatte, ist bereits suspendiert worden.

Blanc hatte nach Frankreichs WM-Desaster 2010 in Südafrika als Nationaltrainer die Nachfolge von Raymond Domenech angetreten. Mit der "Equipe Tricolore" steuert Blanc in Richtung Teilnahme an der EURO 2012 in Polen und der Ukraine.

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