Nach erneuten Fußball-Krawallen im EM-Gastgeberland Polen hat die Regierung in Warschau hart durchgegriffen. Am Dienstag nahm die polnische Polizei 21 registrierte Hooligans fest.

"Man habe die Gewalttäter identifiziert und festgenommen", sagte Polizeichef Andrzej Matejuk der Nachrichtenagentur "PAP". Weitere Festnahmen würden in den nächsten Tagen folgen.

Vor einer Woche war es im Rahmen des Pokalfinales zwischen Legia Warschau und Lech Posen (5:4) in Bydgoszcz zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Nach dem Schlusspfiff stürmten Hooligans das Spielfeld, demolierten Werbebanden, beschädigten eine Zuschauertribüne und attackierten Fotografen. Erst durch den Einsatz von Wasserwerfern konnte die Polizei die Situation unter Kontrolle bringen.

Diese jüngsten Ereignisse haben in Polen eine erneute Debatte über die notwendige Bekämpfung von Hooligans entfacht. Mittlerweile hat sich auch Polens Premierminister Donald Tusk eingeschaltet. Tusk wies die Polizei und den Innenminister an, ihm Informationen über die Ausschreitungen zu geben.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte in der Vergangenheit Polen mehrfach wegen Hooligan-Ausschreitungen kritisiert, die das "Image des Landes" zerstörten.

Die polnische Regierung hatte daraufhin für die EM 2012, die in Polen und der Ukraine ausgetragen wird, schärfere Gesetze und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalttätern angekündigt.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel