Der Fußballverband des EM-Gastgeberlandes Polen will mit einer drastischen Entscheidung den zunehmenden Gewalttätigkeiten von Hooligans Einhalt gebieten.

Bis zum Ende der Saison werden die Fans der Gastmannschaften in allen Begegnungen der drei höchsten Spielklassen ausgesperrt.

Das teilte der Verband PZPN am Donnerstag mit. Die Entscheidung sei in Absprache mit der Polizei und den Klub-Verantwortlichen getroffen worden.

In den vergangenen Wochen hatte es in den polnischen Stadien vermehrt Ausschreitungen von Holligans gegeben, worin die Verbandsoffiziellen auch eine Gefährdung für die Austragung der EM im kommenden Jahr sahen. Am Dienstag nahm die polnische Polizei 21 registrierte Hooligans fest.

Vor einer Woche war es im Rahmen des Pokalfinales zwischen Legia Warschau und Lech Posen (5:4) in Bydgoszcz zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Nach dem Schlusspfiff stürmten Hooligans das Spielfeld, demolierten Werbebanden, beschädigten eine Zuschauertribüne und attackierten Fotografen.

Erst durch den Einsatz von Wasserwerfern konnte die Polizei die Situation unter Kontrolle bringen. Beide Mannschaften waren im Anschluss zu einem Geisterspiel verurteilt worden.

Die UEFA hatte in der Vergangenheit Polen mehrfach wegen Hooligan-Ausschreitungen kritisiert, die das "Image des Landes" zerstörten.

Die polnische Regierung hatte daraufhin für die EM 2012, die Polen gemeinsam mit der Ukraine austragen wird, schärfere Gesetze und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalttätern angekündigt.

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