DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht durch die jüngsten Korruptionsvorwürfe gegen Exekutivmitglieder der FIFA das Ansehen des Weltfußballs beschädigt.

"Auch Präsident Joseph Blatter hat sich klar dazu bekannt: Es ist ein Ansehensverlust für den Weltfußball entstanden, der nicht gut ist. Denn ein schlechtes Image erschwert die wichtige Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Gruppen", sagte 65 Jahre alte Jurist, der selbst Mitglied im Exekutivkomitee des Weltverbandes ist, im "kicker"-Interview.

Der Erfolg einer solchen Zusammenarbeit sei immer auch abhängig vom wechselseitigen Ansehen. Zwanziger: "Man arbeitet eben lieber mit jemandem zusammen, der einen guten Ruf hat."

Es seien durch die letzten Vergabe-Entscheidungen (WM 2018/Russland und WM 2022/Katar), aber auch durch Verdächtigungen, die bisher allerdings nicht bewiesen worden seien, "Aufklärungsnotwendigkeiten entstanden. Wo viel Geld ist, besteht auch immer Gefahr von Korruption, das ist in allen Bereichen der Gesellschaft so". Deshalb müsse man präventiv arbeiten.

Deshalb sei es "sicher ein Fehler gewesen, zwei Weltmeisterschaften auf einen Schlag zu vergeben".

Sollte die FIFA ihn fragen, "werde ich gerne an der Entwicklung von Entscheidungsmechanismen mitwirken, die in der Öffentlichkeit akzeptiert werden". Es sei entscheidend, dass bei Entscheidungen kein Verdacht der Einflussnahme aufkomme, "der oft schon allein genügt, den Fußball zu beschädigen".

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