DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht den Ruf des Weltverbandes FIFA wegen der anhaltenden Manipulationsaffäre beschädigt und fordert die dauerhafte Installation einer externen Untersuchungskommission.

"Es ist wichtig, dass man bei bestimmten Entscheidungen die Verantwortung auslagern kann. Es braucht eine sichtbare Gewaltenteilung innerhalb der Organisation und, in schweren Fällen, eine unabhängige Kommission außerhalb der FIFA", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einem Interview der "Welt am Sonntag":

"Die FIFA hat ein Imageproblem, in der Tat, und alle müssen daran arbeiten, es zu lösen."

Am Sonntagmorgen hatte Mohamed Bin Hammam, Herausforderer von Amtsinhaber Joseph S. Blatter, seine Kandidatur für den FIFA-Vorsitz wegen der Bestechungsvorwürfe gegen seine Person zurückgezogen. Sowohl Bin Hammam als auch Blatter mussten sich am Sonntag dem FIFA-Ethik-Komitee stellen.

"Wir werden selbstverständlich wie alle anderen die Ergebnisse der Ethik-Kommission abwarten und in enger Abstimmung mit der UEFA bewerten. Unabhängig davon bleibe ich bei meiner Auffassung, dass bei aller Kritik, die die FIFA derzeit einstecken muss, die Fußball-Entwicklung weltweit gerade auch unter der Führung von Sepp Blatter gut vorangekommen ist", sagte Zwanziger, der auch Mitglied der FIFA-Exekutive ist, der "Bild am Sonntag".

Unterstützung erhielt Blatter auch von Franz Beckenbauer, der seinen Platz im "Exko" für Zwanziger frei gemacht hatte.

"Blatter macht einen wunderbaren Job. Die FIFA ist wie die Vereinten Nationen. Wir haben 208 Mitglieder, das ist nicht einfach zu handhaben", sagte der "Kaiser" in London zu "Radio 5 Live".

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