Nach DFB-Präsident Theo Zwanziger haben auch Politiker aus Koalition und Opposition eine Überprüfung der Fußball-WM 2022 an Katar gefordert.

"Die Vergabe der WM an Katar zu überprüfen, ist im Angesicht der dazu erhobenen massiven Korruptionsvorwürfe der letzten Tage unverzichtbar", sagte die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), dem "Handelsblatt".

Auch die Vize-Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Gisela Piltz, sieht den Weltverband FIFA in der Pflicht. "Die FIFA sollte ein ureigenes Interesse an einer lückenlosen Aufklärung der Ungereimtheiten rund um die Vergabe der WM in Katar haben", sagte Piltz.

Bei der Vergabe der WM 2022 an Katar sollen Schmiergelder in Millionenhöhe geflossen sein. SPD-Politikerin Freitag riet der FIFA vor diesem Hintergrund, "umgehend alles zu tun, was dem Neuaufbau von verlorengegangener Glaubwürdigkeit dienlich ist".

Dass der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, als neues Exekutivmitglied der FIFA sich in dieser Frage an die Spitze der Bewegung stelle, unterstütze sie. "Dazu wird am Ende aber sicher mehr gehören, als eine interne Überprüfung durch eine Ethikkommission, die fest in das Fifa-Netzwerk eingebunden ist", sagte Freitag.

Zwanziger hatte am Mittwoch im "ZDF-Morgenmagazin" erklärt: "Ich muss nach dem, was ich höre und lese, davon ausgehen, dass es einen beachtlichen Grad an Verdächtigungen gibt, den man nicht einfach wegschieben kann. Ich muss davon ausgehen, dass man unter diesem Gesichtspunkt die Vergabe der WM noch einmal überprüfen muss. Wie das zu geschehen hat, dazu will ich mich erst äußern, wenn ich mehr über den Sachverhalt weiß. Ich komme von außerhalb und war nicht Mitglied der Exekutive."

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