Der Fußball-Weltverband (FIFA) hat als Reaktion auf die Bestechungsvorwürfe gegen seine vorläufig suspendierten Exekutivmitglieder Mohamed bin Hammam und Jack Warner einen ehemaligen FBI-Boss engagiert.

Der auf Industriespionage spezialisierte Louis Freeh soll bei der Aufklärung helfen und "unter direkter Aufsicht" von Robert Torres aus Guam arbeiten, einem Mitglied der FIFA-Ethikkommission.

Freeh war bis 2001 Direktor der US-Ermittlungsbehörde FBI und hatte im Anschluss ein weltweit aktives Unternehmen für Risikomanagement gegründet, das vor allem Korruptionsfällen in der Wirtschaft nachgeht.

Bei den Ermittlungen sollen auch mehrere Funktionäre der Karibischen Fußball-Union (CFU) befragt werden. Ihnen sollen je 40.000 US-Dollar (27.609 Euro) angeboten worden sein, um die Kandidatur des Katarer Bin Hammam für die FIFA-Präsidentschaft zu unterstützen.

Bin Hammam bestreitet alle Vorwürfe, er wurde aber am Sonntag zusammen mit FIFA-Vizepräsident Jack Warner (Trinidad und Tobago) von der Ethikkommission vorläufig suspendiert. Bin Hammam hatte zudem seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft zurückgezogen.

FIFA-Chef Joseph Blatter, ebenfalls beschuldigt, von der Ethikkommission aber nicht bestraft worden, hatte eine schonungslose Aufklärung angekündigt.

"Sicher müssen wir das tun", sagte der 75-jährige Schweizer der Schweizer Zeitung "Tages-Anzeiger".

Trotz kolportierter Schmiergeldaffären, Bestechungsanschuldigungen und vorläufig suspendierter Mitglieder seiner Exekutive halte er die FIFA aber nicht für korrupt.

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