Premierminister David Cameron hat im britischen Parlament den Fußball-Weltverband FIFA und dessen Präsidenten Joseph S. Blatter heftig kritisiert.

Die erneute Wahl des Schweizers zum Präsidenten sei "eine Farce" gewesen und der Stern der FIFA sei "nie so tief gesunken wie derzeit", rügte Cameron.

"Ich persönlich habe Fußball-Herrschaft erlebt und ich war nicht wirklich beeindruckt von dem, was ich sah", meinte der Premier und forderte, alles müsse transparenter und verantwortungsbewusster gehandhabt werden.

Cameron forderte von der FIFA: "Sie müssen beweisen, dass sie ihren Job machen. Ultimativ muss ein Wechsel her, er muss aus dem Fußball heraus kommen und ich bin sicher, die FA wird eine sehr wichtige Rolle dabei spielen", meinte der Premier.

Der englische Fußball-Verband FA hatte in Zürich eine Verlegung der FIFA-Präsidentenwahl gefordert und war auf offenen Konfrontationskurs zu Präsident Blatter gegangen.

FA-Präsident David Bernstein hatte in einem Statement auf der Verbandsseite weitere nationale Verbände gebeten, die FA bei zwei Initiativen zu unterstützen: "Erstens, die Wahl zu verschieben und diesem Prozess Glaubwürdigkeit zu verleihen, so dass ein reformorientierter Kandidat die Gelegenheit erhält, als Präsident zu kandidieren."

Zudem regte er die Einrichtung eines externen FIFA-Kontrollorgans an, wie es auch schon DFB-Präsident Theo Zwanziger gefordert hatte.

Englands Unmut resultiert auch daraus, dass das Fußball-Mutterland bei der WM-Vergabe 2018 leer ausgegangen war. Nach der deutlichen Niederlage gegen Russland waren aus England Bestechungsvorwürfe an die FIFA gerichtet worden.

Zahlreiche Enthüllungen im aktuellen Skandal des Weltverbandes stammen von britischen Medien.

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