Der seit einer Woche unter Hausarrest stehende ehemalige italienische Nationalstürmer Giuseppe Signori ist in der lombardischen Stadt Cremona von den Staatsanwälten vernommen worden, die im ausgedehnten Wett- und Manipulationsskandal ermitteln.

Signori erschien vor den Staatsanwälten in Begleitung eines Privatdetektivs. Er stritt alle Vorwürfe ab.

Der Angreifer (188 Tore in der Serie A) wird verdächtigt, über Wettanbieter in Singapur hohe Summen auf manipulierte Spiele gesetzt zu haben. Woher dieser Geldstrom kam, ist noch zum Großteil unklar.

Inzwischen macht auch die Regierung Berlusconi gegen Korruption im italienischen Fußball mobil.

Innenminister Roberto Maroni berief ein Treffen am Freitag mit der Spitze des Fußballverbands FIGC und des Nationalen Olympischen Komitees CONI mit dem Ziel, eine Untersuchungskommission einzusetzen, die die mögliche Verstrickungen von Mafia und Fußball aufdecken soll.

Die Task Force soll Fälle aufzuspüren, in denen das organisierte Verbrechen Fußballspiele manipuliert hat, um mit illegalen Wetten Gewinne zu machen.

Inzwischen reagierte Italiens Liga auf Indiskretionen über mögliche Verwicklungen von Topklubs in den Skandal. "Wir werden bei den Ermittlungen zusammenarbeiten, wir wollen jedoch verhindern, dass das Ansehen unserer Klubs beschmutzt", hieß es in einer Pressemitteilung. "Der Eindruck ist, dass es in der Serie A nicht nur Absprachen zwischen Spielern, sondern zwischen Vereinen gibt", betonte der Oberstaatsanwalt von Cremona, Roberto Di Martino, der die heiklen Untersuchungen koordiniert.

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