Michel Platini hat den in der Kritik stehenden FIFA-Boss Joseph Blatter in Schutz genommen.

"Es sind viele Anschuldigungen an Blatter gerichtet worden, die unfair und unzutreffend waren. Vielleicht, weil manche meinten, als FIFA-Präsident wäre er für alles verantwortlich, was in der FIFA geschieht. Aber wenn es Fälle von Korruption gegeben hat, dann sicher nicht im direkten Zusammenhang mit Blatter. Man kann kritisieren, wie Blatter die FIFA managt, aber korrupt ist er ganz sicher nicht", sagte der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über den Schweizer.

"Blatter ist nicht der Teufel, und er ist auch kein Engel", fügte der Franzose an.

Platini ist davon überzeugt, dass Blatter nach wie vor der richtige Mann ist, um das schlechte Image des Fußball-Weltverbandes zu bekämpfen.

"Er hat mir versprochen, die FIFA zu reinigen. Wenn er in der Geschichte bleiben möchte, muss er die FIFA säubern", sagte Platini.

Der frühere Weltklassespieler, der einst als Berater Blatters gearbeitet hat, hofft, dass die FIFA in der Lage ist, ihre Probleme intern zu lösen.

"Meiner Meinung nach muss die Veränderung von innen durch die FIFA kommen, und nicht von außen. Wir haben Gremien, die dafür zuständig sind", so der 56-Jährige, der sich vorstellen kann, eines Tages Blatter als FIFA-Präsident zu beerben.

Er selbst werde sich aber nicht für diesen Posten aufdrängen.

"Ich bin doch gerade erst als UEFA-Präsident wiedergewählt worden. Es bleibt noch viel Zeit, bis diese Entscheidung getroffen werden muss. Ich fühle mich in der UEFA sehr wohl. Wieso sollte ich um einen neuen Posten kämpfen, wenn es mir Spaß macht, den alten fortzuführen. Ich dränge niemanden aus seinem Amt", sagte Platini, der aber vielsagend hinzufügte:

"Wenn Blatter sagt, er höre auf, dann ist das etwas anderes. Und er hat angekündigt, es werde sein letztes Mandat sein. Wenn es so weit ist, werden wir sehen. Wenn plötzlich ganz, ganz, ganz, ganz großer Trouble entstünde, müsste ich dann noch mal überlegen. Aber ich gehe davon aus, dass sich die Frage erst in vier Jahren stellt."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel